Fotograf Heinz-Jürgen Kartenberg gestorben

WAZ-Fotograf Heinz-Jürgen Kartenberg in den 70er Jahren.
WAZ-Fotograf Heinz-Jürgen Kartenberg in den 70er Jahren.
Foto: WAZ

Gladbeck..  Er zählt zu den WAZ-Urgesteinen, war über Jahrzehnte der Cheffotograf der WAZ-Zentrale in Essen: Heinz-Jürgen Kartenberg. Der Gladbecker starb am Mittwoch nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren.

„Karti“, wie der gebürtige Wattenscheider, der seit den 60er Jahren in Gladbeck wohnte, seit jeher im Kollegenkreis gerufen wurde, fotografierte 38 Jahre lang für die WAZ, bereicherte mit seinen Fotos zahllose Reportagen aus aller Welt. Kartenberg, 1936 geboren, war gelernter Fotograf, hatte in Köln Fotografie studiert. Ab 1960 ließ er sich bei der WAZ zum Pressefotografen weiterbilden. Ab 1961 war er drei Jahre in Duisburg als WAZ-Fotograf tätig, seit 1964 bis zur Pensionierung 1998 als WAZ-Cheffotograf in Essen.

Kartenberg war hautnah dabei, als die junge Queen Elisabeth 1965 zu ihrem ersten Staatsbesuch nach Deutschland kam. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München begleitete er nicht nur die „heiteren Spiele“, sondern war auch zur Stelle, als das Attentat auf die israelische Mannschaft „Olympia“ stoppte und die Welt in Atem hielt. Imponierende Dokumente wurden auch seine Aufnahmen von der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land 1974.

Fast jede politische Größe der Bonner Republik kam ihm in den 70er und 80er Jahren vor die Linse, Kartenberg war wie selbstverständlich mit seiner Kamera bei fast jedem Empfang in Bonn dabei. Die vielen Portraits von Politikern aller Couleur, die in seinem Haus an der Klopstockstraße hängen, zeugen von seiner Schaffenskraft, aber auch von seinem großen fotografischen Talent. Noch vor sechs Jahren, längst im Rentenalter, zeigte der Fotograf Beispiele seiner „Schätze“ in einer Ausstellung in der Stadtsparkasse.

Der in Gladbeck heimisch gewordene Fotograf, der auch nach dem Tod seiner Frau vor vielen Jahren bis ins Alter ein begeisterter Segler und noch letzten Sommer mit seinem Boot unterwegs war, hinterlässt zwei Söhne und drei Enkel. Die Trauerfeier für den ehemaligen WAZ-Fotografen findet am 17. Januar um 12 Uhr in der Trauerhalle des Friedhofes Rentfort statt. Anschließend erfolgt die Urnenbeisetzung.

 
 

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