Filmrollen haben ausgedient, neue Technik ist erforderlich

Die Zeiten, in denen Projektoren surrten, sind so gut wie passé.
Die Zeiten, in denen Projektoren surrten, sind so gut wie passé.
Foto: WAZ
Cineasten dürfen sich freuen: KoKi-Zukunft ist gesichert. Analoge Produktionen sind seit Ende des Jahres 2013 Geschichte. Digitalisierung in der Branche machte eine technische Veränderung notwendig. 3000 Euro will die Stadt ins Kommunale Kino investieren. Umstellung ist für die Sommerpause geplant

Gladbeck.  „Unser KoKi wird fortgeführt! Das KoKi lebt!“ Und wie! Erleichtert klingt VHS-Leiter Dietrich Pollmann nach der Entscheidung des Kulturausschusses, die lokale Lichtspielstätte nicht einzumotten, sondern ihr eine verjüngende Finanzspritze von einmalig 3000 Euro zu gönnen – investiert in eine moderne Vorführtechnik. „Das war vor einem halben Jahr so noch nicht absehbar“, sagt Pollmann, dessen Haus das KoKi betreibt.

Ohne Filme zappenduster

„The show must go on“, forderten Cineasten seit geraumer Zeit; befürchteten sie doch, dass die digitale Technik dem Kommunalen Kino (KoKi) der Stadt das Licht ausknipst. Denn: Streifen im 35mm-Format sind allmählich (Film-)Geschichte – und ohne eine entsprechende Technik wird’s zappenduster im KoKi, in dem 1978 die ersten bewegten Bilder über die Leinwand flimmerten. „Zum Ende des Jahres 2013 wurde die Produktion von analogen Filmen vollständig eingestellt“, so Agnes Smeja-Lühr, unter deren Regie das KoKi läuft. Also musste die Technik dem Fortschritt angepasst werden: Nach der Sommerpause präsentiert das Cinema, das seinen Platz in der Stadtbücherei hat, Streifen in Blu-ray-Qualität. In der gewohnten Vielfalt, versichert Agnes Smeja-Lühr. Bis zur Umstellung zeigt das KoKi noch Filme, die analog verfügbar sind.

Mehrere technische Varianten hatte die Stadtverwaltung im Kulturausschuss vorgestellt. Die Wahl fiel auf die kostengünstigste, eben die Anschaffung eines Blu-ray-Players samt Beamer. Agnes Smeja-Lühr verspricht sich Vorteile von der Neuerung: „Da fallen weniger Wartungen an.“ Denn bei den bisherigen älteren Geräten war dann und wann eine Reparatur fällig, die auch schon mal mehrere 100 Euro kosten konnte.

Apropos Geld: „Im Jahr 2013 lief das KoKi nahezu kostendeckend“, sagt Pollmann. Und dank der neuen Technik, so hofft Smeja-Lühr, könne man zukünftig sogar noch sparen. Sie meint: „Blu-ray wird bei den Gebühren für das Leihen wahrscheinlich günstiger als bisher.“ Derzeit werden pro analogen Film mindestens 150 Euro am Tag fällig.

Doch das leise Surren der beiden altgedienten Filmprojektoren wird nicht vollkommen verstummen. Agnes Smeja-Lühr, erklärt: „Sie kommen zum Einsatz, falls wir Filme zeigen, die älter sind oder schon länger im Bestand.“ Sie geht nicht davon aus, dass in nächster Zeit eine weitere Aus- oder Umrüstung notwendig wird, um die KoKi-Zukunft zu sichern: „Ich habe mit Film-Verleihern und anderen Kino-Betreibern gesprochen. Es war klar, dass diese Umstellung kommen muss, aber weitere technische Änderungen sind nicht absehbar.“

 
 

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