Fernseh-Abschied von Stefan Raab trifft auch Gladbecker

TV-Produzent Jörg Grabosch aus Gladbeck bei der Grimmepreis-Verleihung im Jahr 2006 im Rathaus von Marl.
TV-Produzent Jörg Grabosch aus Gladbeck bei der Grimmepreis-Verleihung im Jahr 2006 im Rathaus von Marl.
Foto: WAZ
Samstag, 19. Dezember 2015 – das ist für TV-Produzent Jörg Grabosch ein bedeutendes Datum, ein großer beruflicher Einschnitt. Stefan Raab sagt ade.

Gladbeck.. Stefan Raab („TV total“, „Schlag den Raab“) tritt an diesem Samstag im Privatsender Pro7 vom TV-Bildschirm ab; dieser 19. Dezember 2015 stellt auch für den Gladbecker Jörg Grabosch einen tiefen beruflichen Einschnitt dar, denn der TV-Macher produzierte maßgeblich die Erfolgsformate von Stefan Raab.

Bis in die 80-er Jahre hinein war Jörg Grabosch freier Mitarbeiter der WAZ-Lokalredaktion in Gladbeck, nahm Wochenend-Termine wahr, berichtete über Vereinsgeschehen und Stadtteilprojekte von Zweckel bis Brauck.

In den Folgejahren avancierte er dann an seiner neuen Wirkungsstätte in Köln zu einem der erfolgreichsten und kreativsten TV-Produzenten im deutschen Privatfernsehen. 1994 gehörte er laut Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zu den Mitgründern der Firma „Brainpool“, an der er – ebenso wie Stefan Raab – 12,5 Prozent der Anteile hält.

Brainpool wurde zur großen Nummer im deutschen TV-Geschäft: Die Firma produzierte anfangs Harald Schmidt; später auch Publikumserfolge wie „Wochenshow“ und „Stromberg“ und schließlich die Raab-Formate auf Pro7.

Zukunft ohne Stefan Raab – eine große Herausforderung für Brainpool

„Ohne ihn wäre das deutsche Privatfernsehen ein anders“, schreibt „Der Spiegel“ über den Gladbecker Jörg Grabosch, der als TV-Produzent eher im Hintergrund wirkt und einer größeren Öffentlichkeit kaum bekannt ist.

Brainpool muss nun die Zukunft unternehmerisch ohne Stefan Raabs TV-Präsenz bewältigen. Dass das keine leichte Aufgabe werden wird, zeigt eine Prozess-Serie am Arbeitsgericht Köln, wo jetzt zahlreiche Brainpool-Angestellte gegen ihre Kündigung klagen. Brainpool argumentiert, man erhalte mit dem TV-Abschied von Stefan Raab keine Aufträge mehr von der Brainpool-Tochter „Raab TV“. Es fehle also schlichtweg an Arbeit, etwa für Redakteure und Producer. Vor allem im Kölner Raum gibt es infolge der Kündigungen nun manche Negativ-Schlagzeilen für das Unternehmen. Einige Kündigungsschutzklagen hatten schon Erfolg.

Keine leichte Zeit auch für den Gladbecker Jörg Grabosch, der nach vielen Jahren steten Erfolgs nun schnellstmöglich zugkräftigen TV-Ersatz für Stefan Raab finden muss.

 
 

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