Experten stehen Rede und Antwort

Simulation des Tunneleingangs der künftige A 52 vor Wittringen, Blickrichtung nach Norden.
Simulation des Tunneleingangs der künftige A 52 vor Wittringen, Blickrichtung nach Norden.
Foto: WAZ

Gladbeck..  Ohne grünes Licht durch den Bürgerentscheid am 25. März werde nichts geplant, versicherte Michael Heinze, Ministerialrat im NRW-Verkehrsministerium, beim ersten Bürgerinfo der Stadt zur A 52.

„Das Bürgervotum ist das Signal zum Planen, nicht zum Bauen.“ Komme ein Ja, könnten sich die Bürger aber auf die Zusagen des „hart erhandelten Kompromisses“ verlassen. Heinze wie Experte Prof. Dr. Martin Lühder bezeichneten das Angebot als „Segen für Gladbeck“. Das finanzielle Risiko für Gladbeck sei extrem niedrig. Allerdings gab Heinze zu, dass die 2 Mio € Kostenbeteiligung der Stadt nicht gedeckelt sind.

Man habe dem Bund bei einem Investitionsvolumen von 230 Mio € das Äußerste abgerungen. Etwa Lärmschutz: Der höchste Standard vor und hinter dem Tunnel, auch an Wittringen, wo es keine gesetzliche Verpflichtung gebe. Selbst an der heutigen B 224 und dem künftigen Kreuz werde es Wälle geben (Heinze: Ablagerung überflüssiger Erdmassen in Form von Wällen). Überall in offenen Bereichen gebe es Flüsterasphalt, auch auf der A 2 bis Grenze GE.

Am Kreisverkehr Schützenstraße fließe der Verkehr über einen „Bypass“ am Kreisverkehr in den Tunnel. Durch ein Versetzen des Kreisels könnte man auch die Häuser an der Stallhermstraße erhalten. Lühder: „Das jetzt ist nur ein Konzept.“ Die Stadtallee werde kein Autobahnzubringer.

Beide Experten verwiesen darauf, dass vor und im Tunnel 80 km/h gefahren würden – die Geschwindigkeit mit geringstem Schadstoffausstoß und geringstem Fahrlärm. Ein längerer Tunnel bis Richtung Erlenstraße würde bis zu 50 Mio € kosten - sei nicht finanzierbar und auch nicht durchsetzbar, hieß es. Der Tunnel selbst erhalte eine Betriebstechnik auf höchstem Stand.

Der Bund musste sich den Ausbau mit vielen Zugeständnisse erkaufen, betonte Bürgermeister Ulrich Roland. Jetzt gebe es einen Tunnel ähnlich dem Rheinufer-Tunnel in Düsseldorf. Selbst Unterhalt und langfristiger Erhalt auch bei nun längerer Tunnellänge als zunächst angeboten liege beim Bund. Der finanziere auch die Stadtstraße auf dem Tunnel inklusive Knotenpunkte wie die angedachten Kreisverkehre.

Auf der Homepage der Stadt werden ab nächster Woche sämtliche Simulationen des A-52-Ausbaus zu sehen sein. Demnächst wird auch ein Modell fertig gestellt.

Die Hauptakteure auf dem Podium zeigten sich nach der Veranstaltung zufrieden mit dem Abend. Bürgermeister Ulrich Roland sprach von einer guten Atmosphäre und von einer „sehr sachbezogenen Diskussion“, was darauf hindeute, dass der gefundene Kompromiss für die Gladbecker nachvollziehbar sei. Der große Besuch in der Stadthalle lasse auf eine gute Wahlbeteiligung beim Bürgerentscheid hoffen. „Ich bin sehr zufrieden.“

Michael Heinze, Leitender Ministerialrat im NRW-Verkehrsministerium, lobte die „sehr disziplinierte“ Stimmung im Saal. Er zeigte sich erfreut, dass sachlich und breit gefächert diskutiert wurde. Er sei nach diesem Abend sicher, sagte er, dass der überwiegende Teil der Gladbecker beim Bürgerentscheid Ende März mit Ja stimmen werde. Heinze empfahl dies auch eindringlich: Es wäre fatal, ein derart gut ausgehandeltes Angebot auszuschlagen.

Experte Prof. Dr. Martin Lühder lobte die ruhigen, sachgerechten Fragestellungen der Anwesenden. Die Bürger hätten erkannt, dass eine verbesserte Verkehrsführung der A 52 eine höhere Erreichbarkeit und städtebauliche Qualität bedeute, was Gladbeck einen Standortvorteil verschaffen würde mit vielen neuen Chancen. „Gladbeck könnte die neue gute Adresse Essens im Norden werden, ähnlich wie Kettwig im Süden.“ Lühder: „Ich habe das Gefühl, die Menschen werden sich dafür entscheiden.“

 
 

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