Evergreen A 52 wieder in der Gladbecker Rats-Diskussion

Das geplante A 2-Kreuz in Höhe des Freizeitgebiets Wittringen.
Das geplante A 2-Kreuz in Höhe des Freizeitgebiets Wittringen.
Foto: Stadt Gladbeck
In einer mehrstündigen Debatte bezog die Politik in der Ratssitzung Position angesichts der nun angekündigten Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den Ausbau. Bürgermeister Ulrich Roland gab seiner tiefen Enttäuschung über das Verhalten der Landesregierung unumwunden Ausdruck.

Gladbeck.  Rats-Diskussion A 52, die Sechzehnte – so oft schaffte es kein anderes Thema innerhalb von gut zwei Jahren (seit dem Ratsbürgerentscheid) auf die Tagesordnung. „Die B 224 ist ein Evergreen“ meinte Bürgermeister Ulrich Roland daher zu Beginn der Debatte über die künftige Positionierung Gladbecks zu den Ausbauplänen auf dem Stadtgebiet und zum Bau des A2-Kreuzes, die, wie berichtet, in einem Beschluss endete mit der Forderung, das Planfeststellungsverfahren auszusetzen.

Den Takt gab Bürgermeister Ulrich Roland vor, der in einer emotional-bewegten Rede keinen Zweifel an der tiefen Enttäuschung ließ, die der Vertrauensbruch des Landes, „das fest versprochen hatte, dass das Nein auf dem Stimmzettel beim Ratsbürgerentscheid einen Abbruch der Planungen auf Gladbecker Stadtgebiet bedeuten würde“, bei ihm ausgelöst hat. Er habe, aus christlich geprägtem Werteverständnis heraus, „an das Wort geglaubt“. Zumal das ja auch von den eigenen SPD-Parteigenossen zu hören war. Doch nicht einmal das ist noch verlässlich, wie Verkehrsminister Michael Groschek beweist, der nach dem enttäuschenden Ergebnis des Runden Tisches (2013) zu den angekündigten weiteren Gesprächen bis heute nicht eingeladen hat. Statt dessen wird, wie seit August bekannt ist, weiter geplant auf der Grundlage der Pläne von 2008. „Ein Paradebeispiel für die Abschaffung jeglicher Verlässlichkeit“, so Roland.

Weniger enttäuscht, eher bestätigt sieht sich Linken-Ratsherr Franz Kruse. „Geglaubt“ habe er sowieso nie an die Versprechen für einen Tunnel, für ihn sei die Maske nun endgültig abgefallen. Sein Plädoyer und Antrag „Die B 224 zur Stadtstraße zurückbauen.“

Das sei unrealistisch, aber typisch für die Linke, die wieder die Fakten verdrehe, reagiert Grünen-Fraktionschef Mario Herrmann. Er wirft Kruse und seinen Mitstreitern im Kampf gegen den A 52-Ausbau mit Tunnel persönlich vor: „Ohne Sie hätten wir diese Situation heute so nicht. „Jetzt sind wir vom Joker zum Bittsteller geworden, müssen versuchen, marginale Verbesserungen zu erreichen.“

SPD-Fraktionschef Michael Hübner will mehr. „Wir müssen das Beste für Gladbeck herausholen in dieser Situation“, betont der Landtagsabgeordnete, und verspricht: „Ich helfe wieder“.

Das provoziert Michael Tack (FDP/ Piraten) zu der Bemerkung, Hübner habe als Landtagsabgeordneter versagt und von der Weiterführung der Ausbaupläne „sicher gewusst“. Tack: „Das war Volksveräppelung und Wahlbetrug“.

Moderate Töne hingegen äußert CDU-Fraktionschef Peter Rademacher. „Die ganze Region leidet, wir haben wertvolle Zeit verloren. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einem Industrieland oder einem Naherholungsgebiet leben“, richtet er sich an die Ausbaugegner.

Die formieren sich. „Wir werden“, verkündet G. Dorka (Soziales Bündnis), „jetzt alle Kräfte bündeln und das gallische Dorf organisieren“.

 
 

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