Evangelisch-refomierte Freikirche feiert ersten Gottesdienst

Lena Gerbig
Presbyter Bernhard Hermes begrüßte die Besucher zum Eröffnungsgottesdienst der Freikirchlichen Gemeinde.
Presbyter Bernhard Hermes begrüßte die Besucher zum Eröffnungsgottesdienst der Freikirchlichen Gemeinde.
Foto: Joachim Kleine-Büning
  • Viele Neugierige kamen zum ersten Gottesdienst in entwidmeter Luther-Kirche
  • In evangelisch-reformierter Freikirche gestalten alle Interessierten den Gottesdienst
  • Auch Bürgermeister Roland sprach Grußwort zur neuen Kirchengründung

Gladbeck.  Vor der Kirche stehen Menschen in Grüppchen. Manche kennen sich, andere sind neugierig und wollen mal sehen, was gleich so passiert. Die evangelisch-reformierte Freikirche, im August diesen Jahres frisch gegründet, feiert ihren ersten offiziellen Gottesdienst. Dazu nutzt die Gemeinde die vor einigen Jahren entwidmete Martin-Luther-Kirche.

Wer hineingeht, wird von Gemeindevorstand Bernhard Hermes per Handschlag begrüßt. In der Kirche stehen Stühle im Halbrund vor dem Altarraum, hinten stehen Getränke und Knabbereien bereit. Die Musiker proben ein letztes Mal, die Besucher nehmen ihre Plätze ein. Die 60 bereitgestellten Stühle sind alle schnell belegt. Dann geht es los.

Jesus Christus alltagsnah erlebbar machen

„Wir freuen uns, dass so viele gekommen sind“, sagt Hermes. Warum überhaupt eine neue Gemeinde? „Wir wollen Jesus Christus alltagsnah und mit heutigem Verständnis erlebbar machen und den Menschen glaubwürdig nahe bringen“, erklärt er. Dabei gebe es im Prinzip keinen geistlichen Leiter, alle Gemeindemitglieder dürften sich beteiligen. Das bedeutet auch, dass der Gottesdienst auch nur grob einem festen Ablauf folgt.

„Wenn Mitglieder der Gemeinde Probleme oder Anliegen haben, die sie mit allen besprechen wollen, sind sie herzlich dazu eingeladen“, so Hermes. Und sein Mit-Presbyter Thomas Dworeck erklärt während der Eröffnungsfeier: „Lieder und Gebet, das ist ein offener Teil unseres Gottesdienstes. Wer beten möchte, darf das auch mit allen tun.“ Er ergänzt: „Das mag dem ein oder anderen zunächst komisch vorkommen, ist aber eine tolle Möglichkeit, sich Jesus zu nähern.“

Kleine Band statt Orgel

Überhaupt ist die Gestaltung der Feier eher locker. Jeder Gläubige darf sitzen, stehen oder knien, wie er oder sie möchte. Die Lieder werden nicht traditionell von einer Orgel, sondern von einer kleinen Band, bestehend aus Cello, Gitarren, Keyboard und Cajon begleitet.

Zur Neugründung einer Gemeinde darf auch Bürgermeister Ulrich Roland nicht fehlen. Mit einem Grußwort richtet er sich an alle, die zur Feier in die Martin-Luther-Kirche gekommen sind. Er lobt, dass sich trotz sinkender Mitgliederzahlen und vermehrter Kirchenschließungen eine neue Gemeinde in Gladbeck gefunden hat, die ihren Glauben an andere Menschen weitertragen will.

„Die Menschen hinterfragen oftmals die Institutionen ihrer Kirchen, nicht aber den Glauben an Gott selbst“, betont er. „Das Interesse an Gemeinschaft und Gemeindeleben wird doch in unserer schnelllebigen Zeit immer mehr.“

Gemeinde sucht Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden

Gottesdienste werden ab sofort immer sonntags, 10.30 Uhr, in der Martin-Luther-Kirche an der Josefstraße gefeiert. Die Gemeinde sucht die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Gemeinden und der Evangelischen Allianz. Das Veranstaltungsangebot wird noch ausgebaut. Schon im Oktober soll ein Bibelgesprächskreis beginnen.