Erzählungen und Gedichte über Liebe, Träume und Rache

Foto: Franz Naskrent

Ein wenig traurig war es schon, dass sich nicht mehr Publikum im Café Zeitlos, das von der Lebenshilfe Gladbeck betrieben wird, eingefunden hatte. Aber die vier Autoren, eindeutig in der Überzahl, ließen sich nicht verdrießen und präsentierten den aufmerksamen Zuhörern und auch sich gegenseitig einen unterhaltsamen Einblick in ihr literarisches Schaffen.

Unter dem Motto „Berührungspunkte“ lasen Annerose Scheidig, Klaus Schmeing, Sven Schoon und Dörthe Huth Gedichte, Kurzgeschichten und Sachtexte. So unterschiedlich wie ihre Texte waren auch die Beweggründe für ihr literarisches Schaffen. So war es bei Dörthe Huth der Beruf, der sie zum Schreiben brachte. Die studierte Germanistin und praktizierende Heilpraktikerin hat einige Sachbücher zu Themen wie Resilienz, Lebensfreude und Achtsamkeit geschrieben. Aber sie drückt ihre Lebenseinstellung auch in Geschichten und Gedichten aus.

Ganz anders ist es bei Annerose Scheidig. Die gelernte Kauffrau dichtete schon in ihrer Kindheit. Nach einer langen Zeit der Poesieabstinenz hat sie Gedichtbände und Kurzgeschichten veröffentlicht.

Klaus Schmeing, Gladbecker Urgestein, ist von Beruf Erzieher, schreibt auch schon seit seiner Kindheit. Seit 2003 geht er mit seinen Kurzgeschichten, die einen unverwechselbaren lakonischen Stil haben, an die Öffentlichkeit.

Der Dorstener Sven Schoon ist ein Neuling in der Literaturszene. Er verfasst Gedichte und ist dabei, einen Horrorroman zu schreiben. Für ihn ist Schreiben auch ein Ausgleich zu seinem stressigen Job in der Gastronomie.

Inhaltlich zogen sich die Lesebeiträge vom Besinnlichen hin zum Heiteren. Wenn Dörthe Huth den Begriff Achtsamkeit wie eine Traumreise inszeniert oder Annerose Scheidig Politik als Gartenmetapher fasst, regt das zum Nachdenken an. Schmeings Kurzgeschichten, die von später Rache oder Eheproblemen handeln, bewegen sich rasant auf den von schwarzem Humor geprägten Wendepunkt im letzten Satz zu. Und wenn Sven Schoon zwei seiner Gedichte über die Liebe liest, rührt das an. Die intime Atmosphäre im Café Zeitlos mit Kaffee und Gebäck erinnerte fast an eine Wohnzimmerlesung und sorgte dafür, dass viele Zwischenfragen gestellt und beantwortet werden konnten.

 
 

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