Erste Ideen zur Umgestaltung der Unfallkante in Gladbeck

Elke Hautmann
Die weißen Schraffierungen sind nur ein Provisoium, aber seit sie da sind, ist niemand mehr gestürzt, sagt Straßen.nrw.
Die weißen Schraffierungen sind nur ein Provisoium, aber seit sie da sind, ist niemand mehr gestürzt, sagt Straßen.nrw.
Foto: Funke Foto Services
Zwölf Radfahrer sind an einer Tastkante für Blinde an der Bottroper Straße /Beisen- /Rockwoolstraße gestürzt. Jetzt gibt es erste Ideen zur Entschärfung der Gefahrenstelle.

Gladbeck.  Das ist offensichtlich eine schwere Geburt: Auch neun Monate nach dem ersten Sturz einer Radfahrerin gibt es noch keine konkreten Pläne, allenfalls erste Ideen, zur Beseitigung der Gefahrenpunkte an der Kreuzung Bottroper Straße/Beisen-/Rockwoolstraße. Wie berichtet, sind dort mehrere Radler gestürzt, weil sie die sechs Zentimeter hohe Tastkante für Blinde und Sehbehinderte zwischen Rad- und Fußweg touchiert hatten.

Straßen.nrw als Baulastträger hatte jetzt Mitglieder des ADFC Gladbeck nach Bochum eingeladen, „um das weitere Vorgehen abzustimmen“, wie Projektleiter Joachim Kaminski sagte. „Wie angekündigt, werden Gespräche mit der Stadtverwaltung und Behindertenbeauftragten folgen.“

Einigkeit besteht zwischen allen Beteiligten, dass etwas passieren muss. Zwar ist, nachdem Straßen.nrw weiße Schraffierungen quasi als „Abstandshalter“ entlang der Kanten aufgebracht hat, kein Unfall mehr bekannt geworden, aber: „Das kann wirklich nur eine Übergangslösung sein“, sagt Dr. Vera Bücker, Vorsitzende des ADFC. „Die Breite des Radfahrstreifens ist durch die Markierung auf weniger als einen Meter geschrumpft, die Radler werden zu dicht an die Fahrbahn gedrängt.“

Im Gespräch mit den Fachleuten von Straßen.nrw forderten Dr. Vera Bücker und Norbert Marißen, der verkehrspolitische Sprecher des ADFC Gladbeck, die Tastkanten zu entfernen und durch abgeflachte Steine zu ersetzen. Das allerdings lehnt der Baulastträger mit Verweis auf die vorgeschriebene Barrierefreiheit nach wie vor ab.

Die Fachleute aus Bochum haben zwei andere Ideen entwickelt, „die aber noch nicht wirklich spruchreif sind, weil sie noch mit anderen Beteiligten und dem Land als Geldgeber abgestimmt werden müssen“, wie Joachim Kaminski betont. Um die Gefahrenstellen zu entschärfen, könnte nach den Vorstellungen von Straßen.nrw die Pflasterung der Radwege durch Asphalt ersetzt, die Trennung zum Gehweg damit optisch deutlicher werden. Alternativ könnte, wie vor dem Kreuzungsumbau, wieder ein kombinierter Rad- und Fußweg entstehen, mit einem „klassischen“ Bordstein zum Straßenrand.

Begeistert sind die beiden Experten vom ADFC von beiden Plänen, die ihnen kurz vorgestellt wurden, auf Anhieb nicht, aber Vera Bücker und Norbert Marißen sind andererseits froh, dass sich überhaupt etwas bewegt. „Lange sollte das derzeitige Provisorium nicht mehr bleiben. Denn wenn Laub und Schnee fallen, sind die Schraffierungen nicht mehr zu sehen, und dann wird es wieder richtig gefährlich für die Radfahrer.“