Entgleisungen

Strafanzeige. Die Gedenkkultur zur schrecklichen Zeit der Nazi-Diaktatur ist in Gladbeck stark ausgeprägt. Die Mehrheit der Gladbecker ist sich bewusst, dass es ein solches Gedenken geben muss, um nicht die Fehler dieser Zeit zu wiederholen. Doch man muss sich fragen, ob diese ausgeprägte Gedenkkultur überhaupt bei einigen Menschen ankommt und wir nicht dabei sind, genau diese Fehler zuzulassen? Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen, die sich für die Allgemeinheit einsetzen, z.B. die in freien, gleichen und geheimen Wahlen bestimmten Stadträte, mit dem Terrorinstrument „Volksgerichtshof“ der Nazis in eine Reihe gestellt werden. Ist da überhaupt eine Spur von Geschichtsbewusstsein vorhanden? Es ist zum „Fremdschämen“, wenn Bürger, die in gesellschaftlichen Gruppen oder Vereinen und Verbänden eine ansonsten ehrenwerte Arbeit leisten, in einer öffentlichen Stellungnahme jegliches Maß verlieren und sich zu Themen in einer Form äußern, die mit Beleidigung und Erniedrigungen gegenüber den Menschen einhergehen, die sich für unser Wohlergehen einsetzen.


Es ist verständlich, wenn sich öffentliche Amts- oder Mandatsträger, in diesem Fall der Bürgermeister und die Mehrheit des Stadtrates, sich solche, oft mit Vorsatz gemachten Beleidigungen und Erniedrigungen nicht mehr gefallen lassen und Anzeige erstatten. Diese „Entgleisungen“ sind nicht nur für sich alleine gestellt zu sehen, sondern reihen sich in die Zustände der politischen Auseinandersetzung ein. Entschuldigungen sind hier nicht mehr ausreichend. Solche Art der Auseinandersetzung gab es schon einmal, dass Menschen, die anderer Meinung waren, beleidigt und erniedrigt wurden. Damit muss Schluss sein. Alle Demokraten sind aufgerufen, zu sagen: Bis hierher und nicht weiter. Ute Pawlicki

 
 

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