Engel im Wind

Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck..  Die Mottbruchhalde wächst und wächst, bis Ende 2013 wird weiter geschüttet. Dann ist allerdings Schluss. Ein gutes Stück kommt bis dahin an Höhe noch dazu, von derzeit 90 wird sie am Ende auf 126 Meter über NN anschwellen.

15,3 Mio Kubikmeter Abraum werden dann in Brauck landschaftlich zu einem Vulkan aufgetürmt sein. Noch unklar ist derzeit, wie die Haldenspitze am Ende aussehen wird.

Die Engel-Idee von Bürgermeister Ulrich Roland, die durchaus kontrovers diskutiert wird, erhielt diese Woche Aufwind durch die Engel-Karawane (die WAZ berichtete). Neu ist die Überlegung der RAG, die Mottbruchhalde eventuell als Standort für eine Windkraftanlage wirtschaftlich nutzen zu wollen.

Roland bleibt begeistert von dem „Engel“ als neuer Landmarke, dem Stahlrad, in dem sich die Symbole der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam zu einem Engel zusammenfügen, und das aus Sicht der Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten für den interreligiösen Dialog steht. Dem Bürgermeister schwebt vor, einen Engel im Durchmesser von 30 m auf das Mottbrucher Haldenplateau zu stellen, abends dezent beleuchtet.

„Der Prozess läuft, wir sondieren gerade das Projekt mit allen Beteiligten“, sagte Roland zur WAZ. Wichtig ist ihm, ein Bewusstsein für die Idee, die hinter dem Engel steht, zu wecken: Dialog, Respekt, Zusammenleben. Nächste Woche stehen Gespräche mit RAG und Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) an. Entschieden sei noch nichts, heißt es allenthalben.

Die RAG als Eigentümer bestätigte die Engel-Idee, die zur Form der Halde, einem Vulkan, passe. Passen würde auch ein Windrad. Selbst beides sei gleichzeitig vorstellbar und machbar. Ein oder zwei Windräder seien kein Ausschlusskriterium für den „Engel“, so ein RAG-Sprecher. Allerdings sei es nicht Ziel der RAG, die Halde zu gestalten, sondern sie ohne Aufbau aus der Bergaufsicht zu entlassen und sie an den RVR zu übergeben.

Der wiederum steht der Engel-Idee offen gegenüber. Das sei ein interessantes Projekt. Die Idee müsse aber so gut sein, hieß es, dass man sie finanzieren könne. Zur Deckung der Kosten, die nach WAZ-Informationen im siebenstelligen Bereich liegen könnten, sind generell Sponsoren nötig. Die RAG lehnte bereits ab. Auch der RVR gibt sich bedeckt. Die Künstler begrüßen unterdessen dasVorhaben: Der Engel auf der Halde sei ein Beispiel für gelungenes Zusammenleben im Revier.

WAZ-Leseraktion

Der Engel der Kulturen als neue Gladbecker Landmarke auf der Mottbruchhalde? Die Debatte zeigte bisher, dass nicht alle einverstanden sind mit dem Symbol des interreligiösen Dialogs. Daher fragt die WAZ Gladbeck: Gibt es andere Ideen, was wäre vorstellbar? Leser können Vorschläge an die Redaktion richten (Mail: redaktion.gladbeck@waz.de; Telefon: Montag ab 11 Uhr: 2998-38), der WAZ-Leserbeirat wird daraus einen Favoriten küren.

EURE FAVORITEN