Ein Segen für Kirche und Gemeinde

Foto: WAZ

Gladbeck.. Anfangs erntete Pfarrer Ralph-Eberhard Brachthäuser überwiegend Kopfschütteln. Nicht wenige hielten seine Idee von einer Stiftung zugunsten der Butendorfer Heilig-Kreuz-Kirche für Spinnerei. Inzwischen sind die letzten Zweifler längst überzeugt, denn ohne die Heilig-Kreuz-Stiftung, die vor acht Jahren gegründet wurde, sähe manches im Gemeindeleben und im Gotteshaus heute anders aus.

Dann gäbe es beispielsweise keine eigene Kirchenmusikerin mehr. Der Arbeitsplatz von Katharina Naglav fiel bei der Gründung der Großpfarrei 2008 dem Rotstift zum Opfer. Seither ist sie Angestellte der Stiftung und sorgt mit viel Engagement dafür, dass alle kirchenmusikalischen Aktivitäten unverändert weiter gehen: Kirchenchor, Choralschola, Kinderchor, Jugendchor, Orffkreis und Jugendband – alle konnten weitermachen.

Ohne Geld aus der Stiftung gäbe es auch das Bildnis Johannes Pauls II. in der Kirche nicht. Ein Jahr nach dem Tod des Papstes konnte die Blei-stiftzeichnung aus der Werkstatt des Künstlers Ernst Hansing aus Mitteln der Stiftung gekauft werden. Auch die 1,20 Meter hohe Marienfigur eines Oberammergauer Kunstschnitzers stände nicht in der Marienkapelle. Es ist eine Nachbildung der bekannten Altenmarkter Madonna aus dem 14. Jahrhundert, die im österreichischen Pongau zu bewundern ist.

Dass die große Glocke der Heilig-Kreuz-Kirche zu Ostern 2007 nach kurzer Unterbrechung wieder läuten konnte, ist ebenfalls der Stiftung zu verdanken. Aus Sicherheitsgründen war sie vorübergehend stillgelegt worden. Pfarrer Brachthäuser ist sicher: Ohne Geld aus der Stiftung hätte der notwendige Austausch der Tragevorrichtung sicher auf die lange Bank geschoben werden müssen, genau wie die Innenrenovierung der Sakristei und der Marienkapelle oder die Restaurierung der Messkelchgarnitur. Den großen neoromanischen Kreuzleuchter in der Marienkapelle gäbe es nicht, und im Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 hätte es das wunderbare Konzert des bekannten Flötenensembles Flautando aus Köln in der Heilig-Kreuz-Kirche nicht gegeben.

Insgesamt fast 70000 Euro hat die Heilig-Kreuz-Stiftung in den acht Jahren ihres Bestehens investiert, fast ausschließlich aus Zinsen und Erträgen. Und die seinerzeit innerhalb von zwei Jahren zusammengetragenen 50000 Euro, die zur Stiftungsgründung notwendig waren, sind inzwischen auf 320000 Euro angewachsen. Das ist nicht nur den zahlreichen Zustiftern zu verdanken, sondern auch dem Stiftungsvorstand, der das Kapital – durchaus auch gegen die Ratschläge fachkundiger Banker – nie spekulativ, sondern immer konservativ und mündelsicher angelegt hat. Deshalb hat die Heilig-Kreuz-Stiftung, im Gegensatz zu manch anderer Stiftung, die Finanzkrise ohne Schaden überstanden.

Für das nächste Projekt stellt die Stiftung wieder einen vierstelligen Betrag zur Verfügung: Die große Kreuzigungsgruppe aus Lindenholz des bedeutenden niederrheinischen Bildhauers Gerd Brüx, die im Altarraum der Heilig-Kreuz-Kirche steht, wird in Kürze von einer Fachfirma gereinigt.

 
 

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