Ein Engel über der Stadt

So könnte er ausssehen, der Engel der Kulturen auf der Mottbruchhalde.  Foto: Privat
So könnte er ausssehen, der Engel der Kulturen auf der Mottbruchhalde. Foto: Privat
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Gladbeck.. Bottrop hat das Tetraeder, Essen hat Richard Serras Stahlbramme, Gelsenkirchen lässt Nachtzeichen auf der Halde leuchten – und Gladbeck?

Gladbeck könnte sich ab 2013 mit einem „Engel der Kulturen“ in die Reihe der Halden-Landmarken einreihen und ein Zeichen für die Stadt setzen, das vor Symbolkraft nur so strotzt: In der Figur dieses Engels sind die abrahamitischen Religionen – Islam, Judentum, Christentum – durch den Halbmond, den Davidstern und das Kreuz verdeutlicht. Zusammengefasst in einer runden Form ergeben sie die Figur eines Engels. Mindestens 30 Meter hoch würde diese Landmarke auf dem dann höchsten Punkt Gladbecks stehen.

Bis Ende 2012 soll die Mottbruchhalde, auf der zurzeit noch geschüttet wird, über 78 Meter hoch sein und damit sogar die Tetraeder-Halde toppen. Die Gladbecker Landmarke wäre weithin sichtbar, sowohl von der Autobahn A 2 als auch von der B 224.

Die Idee zu dieser Landmarke hatte der Bürgermeister. Ulrich Roland sah den interkulturellen Engel im Herbst zum ersten Mal: Die runde Skulptur steht, viel kleiner allerdings, auf dem Schulhof der Jordan-Mai-Förderschule und war eins der herausragenden Gladbecker Projekte im Kulturhauptstadtjahr 2010. Eine Projektwoche lang haben die Schüler gemeinsam mit den Künstlern Carmen Dietrich und Gregor Merten an der drei Meter hohen Stahlstele gearbeitet.

„Dieser Engel in groß auf der Mottbruchhalde könnte zum Markenzeichen der Stadt werden, Identifikationsfigur für das Gladbeck von heute und ein Beitrag zur Integration zugleich sein“, beschreibt Roland die Symbolkraft der Figur.

Ideen für die Gestaltung der Halde im Allgemeinen und Vorschläge für eine Landmarke im Besonderen gab es schon mehrere: Sie reichten von einer beleuchteten Wasserfontäne über eine klangvolle Windharfe bis zum Theaterrondell. Geblieben ist von den ersten Überlegungen die Vulkanidee des Landschaftsarchitekten Stephan Müller, die die Grundform des Haldenplateaus bilden soll. Derzeit wird bereits entsprechend angeschüttet.

Bis jetzt ist auch der Engel der Kulturen auf der Mottbruch-Halde nur eine Idee, gibt es weder Vorstellungen zur Finanzierung noch ein bereits konkretes Vorhaben. Aber diese Idee hat offensichtlich Charme und weckt Interesse. In ersten Gesprächen mit der RAG und dem Regionalverband Ruhr als Eigentümer der Halde gab es positive Signale, auch die Künstler haben Zustimmung signalisiert.

In dieser Woche ging bereits ein Schreiben der Stadt an den zuständigen Landesminister für Klimaschutz, Umweltschutz, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Johannes Remmel nach Düsseldorf. „Ohne Unterstützung des Landes ist die Umsetzung gar nicht möglich“, erklärt Stadtpressesprecher Peter Breßer-Barnebeck. Und ohne einen breiten gesellschaftlichen Konsens wird das Projekt nicht zu stemmen sein, ist auch der Bürgermeister realistisch genug.

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