Eifersuchtsdrama in Gladbeck endete mit drei Messerstichen

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Ein Eifersuchtsdrama soll es gewesen sein, das zu den drei Stichen führte. Wegen versuchten Totschlags steht ein 30-Jähriger jetzt vor Gericht.

Gladbeck.. Versuchter Totschlag oder Notwehr? Diese Frage will das Essener Schwurgericht in fünf Verhandlungstagen beantworten. Angeklagt ist ein 30-jähriger Gladbecker, der einem vermeintlichen Kontrahenten dreimal ein Messer in den Körper stach Das Opfer überlebte dank schneller notärztlicher Hilfe.

Laut Anklage ging es um eine 25 Jahre alte Frau, die in der Nacht zum 17. Juli vergangenen Jahres mit Freunden in einem Gladbecker Park Bier trank. Irgendwann soll ihr Freund, ein 36-Jähriger, das Gefühl gehabt haben, der Angeklagte fange etwas mit der 25-Jährigen an. Er soll sich beschwert haben, doch im Streit hätte der 30-Jährige plötzlich ein 20 Zentimeter langes Messer gezogen und dreimal zugestochen.

Der 30-Jährige räumt die Stiche zwar ein, beruft sich aber auf Notwehr. Sein Kontrahent hätte eine abgeschlagene Bierflasche in der Hand gehabt und ihn damit bedroht. Der 36-Jährige verneint das.

"Hilfe! Der hat mich abgestochen"

Aufklärung bringt die Vernehmung der 25-Jährigen in diesem Punkt nicht. Denn die eigentliche Tat hatte sich in ihrem Rücken abgespielt. Sie hörte nur das Schreien des 36-Jährigen: „Hilfe! Der hat mich abgestochen.“

Zuvor hatte sie nach ihren Worten einen angenehmen Tag mit ihrem Freund verbracht. Sie seien tagsüber in Oberhausen im Kaisergarten gewesen. Bei der Rückkehr nach Gladbeck hätten sie erst einmal Bier gekauft und sich dann im Park mit Freunden getroffen. Der Angeklagte sei auch da gewesen, sie kenne ihn flüchtig vom Sehen: „Gladbeck ist ja nicht besonders groß.“

"Wir haben rumgealbert"

Die Stimmung wurde ein wenig ausgelassener, sie war die Leidtragende eines „Scherzes“, sagt sie: „Wir haben rumgealbert, da haben sie mich ins Wasser geschubst. Ich war total sauer, alle meine Klamotten waren nass.“

Sie sei weggegangen, der Angeklagte sei ihr gefolgt und hätte ihr einen Pulli gegeben, damit sie ein wenig trockene Kleidung hatte. Er sei nett und freundlich gewesen. Es könne sein, dass sie sich mit einer Umarmung bei ihm bedankt hätte. Ihr Freund sei ihnen aber gefolgt, hätte sich beschwert. Da sei sie alleine weiter, habe beide weggeschickt. Plötzlich hörte sie die Schreie, sah den Freund am Boden: „Ich steckte ihm mein T-Shirt in die Brust.

"Einmal hat es nach Gras gerochen"

Dass nicht nur Bier getrunken wurde, sondern Wodka getrunken und Cannabis sowie Amphetamine konsumiert wurden, das hätte sie nicht gesehen. Allerdings: „Einmal hat es nach Gras gerochen.“

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