Die Musikschule Gladbeck hat den „Groove“

"Young and Foolish": Der Jazz-Nachwuchs.
"Young and Foolish": Der Jazz-Nachwuchs.
Foto: WAZFotoPool
Die Jazz-Ensembles von Musikschullehrer Martin Greif verwandelten das Forum des Heisenberg Gymnasiums in einen Jazz-Keller. Schon die jüngsten Nachwuchsjazzer „Young and Foolish“ wussten das Publikum zu begeistern, „A-Train“ rockten wie einst die Blues Brothers.

Gladbeck.  „Jetzt kommt „Summertime“ von George Gershwin, ich hoffe Sie erkennen es wieder.“ Lehrer Martin Greif stapelt tief bei der Ankündigung seiner jüngsten Gruppe „Young and Foolish“. Klar, Nele (11, Klarinette), Tarek (11, Trompete), Philipp (11, Altsaxophon), Finn (9, Klarinette), Thorben (13, Posaune) und Nick (11, Schlagzeug) spielen ihre Instrumente noch nicht sehr lange und üben sich als Ensemble erst seit drei Monaten. Dies ist ihr erster öffentlicher Auftritt. Aber schon bei „First Groove“ und „Mein-Ohr-Blues“ („klingt origineller als Minor-Blues“ sagen die Kids) beweisen die Schüler Tonsicherheit und cooles Rhythmusgefühl.

Effektvolle Stück-Auswahl

Greif hat einfache, aber effektvolle Grund-Kompositionen ausgewählt. Er ist ein guter Lehrer, der genau weiß, wie hoch er die Anforderungen an seine Schüler stellen kann. Und so ist die Hymne aus „Porgy and Bess“ sehr wohl schon bei den ersten Klängen von Saxophon und Klarinette klar zu erkennen. Die jungen Musiker ernten viel Applaus – Ansporn für die vielen weiteren Übungsstunden.

Mit der folgenden Jazz-Combo kommen fünf Musiker im Alter zwischen 15 und 55 Jahren auf die Bühne – ein Zeichen, dass es nie zu spät ist, um die Musikschule zu besuchen. In zwei der vier Stücke dominiert der Gesang von Jutta, aber es gibt auch Raum für die jazztypischen Improvisationseinlagen der Instrumente. Bassist Matthias und E-Gitarrist Sven geben ebenso eindrucksvolle Einlagen wie Saxophonistin Merit, ein jeder mit stürmischem Szenenapplaus belohnt.

Auch der musikalische Leiter des Nachmittags Greif lässt es sich nicht nehmen, auf seinem Saxophon (eine Selmer Mark 6 von 1960) ein kurzes Solo zu geben. Nach einer Umbaupause dann Big-Band Sound mit „A-Train“. Dreizehn Jugendliche zwischen 15 und 25 lassen es krachen.

Der „Soul Man“ rockt

„Soul Man“ aus dem Film „Blues Brothers“ rockt das Forum des Heisenberg Gymnasiums. Zum Abschluss des zweistündigen Konzerts, das streckenweise mehr als ein Schulkonzert ist, echte Jazz-Keller Atmosphäre bietet, zeigt die erfahrene Erwachsenen-Band Jazzfire Combo ihr Können.

Musikschulleiter Rolf Hilgers erfreut sich an dem regen Zuspruch der Saxophon-, Klarinette- und Jazz-Orchester Klassen von Martin Greif. Dessen Lehrmethoden können sich sehen und hören lassen. Nele, Tarek, Philipp, Finn, Thorben und Nick sitzen nach ihrem Auftritt jedenfalls mit großen Augen in der ersten Reihe und verfolgen die Gigs der Älteren sehr aufmerksam. Sie werden in ein paar Jahren bestimmt genauso gut – wenn nicht besser.

 
 

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