Die CDU und die A52 – Widerstand aus den eigenen Reihen

Im Gladbecker Stadtrat stimmte die CDU am 26. November mit breiter Mehrheit für den A52-Ausbau. Prominente Parteimitglieder wie Burchard Strunz und Hans-Joachim Kalb setzen sich unterdessen für die Ausbaugegner ein.
Im Gladbecker Stadtrat stimmte die CDU am 26. November mit breiter Mehrheit für den A52-Ausbau. Prominente Parteimitglieder wie Burchard Strunz und Hans-Joachim Kalb setzen sich unterdessen für die Ausbaugegner ein.
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Se
CDU-Ehrenvorsitzender Strunz ist Mitinitiator des A52-Begehrens. Für Parteichef Drosdzol ein Zeichen innerparteilicher Demokratie. Die SPD gibt kontra

Gladbeck..  CDU-Ehrenvorsitzender Burchard Strunz zählt zu den Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen den A52-Ausbau und nimmt damit eine Position ein, die dem A52-Kurs der CDU-Parteispitze genau entgegenläuft.

Für CDU-Parteichef Dietmar Drosdzol ist das kein Problem, wie er auf Anfrage der WAZ erklärte. „Wir kennen die ablehnende Position von Burchard Strunz zur A52 schließlich seit vielen Jahren. Das ändert nichts daran, dass er unserer Ehrenvorsitzender ist und bleibt“, sagte der CDU-Stadtverbandschef, der die konträre Position von Strunz insofern als ein Zeichen funktionierender innerparteilicher Demokratie wertet.

Auch Burchard Strunz unterstreicht, dass seine Kritik an den A52-Ausbauplänen seit vielen Jahren bekannt sei. „Es ist das gute Recht des CDU-Vorstandes in Gladbeck, eine Pro-A52-Position zu verfolgen“, erklärt er auf WAZ-Anfrage. Gleichwohl ist es aus seiner Sicht fraglich, dass die CDU-Basis tatsächlich mehrheitlich für die Ausbaupläne ist.

Eine repräsentative Befragung der Parteibasis habe es nicht gegeben. Und das Stimmungsbild bei der CDU-Bürgerversammlung Ende 2011 beispielsweise sei äußerst gemischt, ja teils sehr A52-kritisch gewesen.

Ehrenvorsitzender Strunz kontra Mutterpartei: Auch der politische Gegner hat das Thema längst entdeckt: „Heute gegen A52-Tunnel: Beantragung eines Bürgerentscheides durch CDU-Ehrenvorsitzenden Strunz mit dem so genannten Bürgerforum Gladbeck“, twitterte SPD-Fraktionschef Michael Hübner und machte auf diese Weise auf diesen innerparteilichen Konflikt der Union aufmerksam.

Und Hübner lässt auf Twitter nicht locker: Er weist darauf hin, dass die Partei Die Linke bei ihrer Klage gegen den Pro-A52-Ratsbeschluss juristische Hilfe von Rechtsanwalt Hans-Joachim Kalb erhält, einst CDU-Bürgermeisterkandidat und Ex-Ratsmitglied – noch ein innerparteiliches A52-Konfliktfeld, das allerdings von Kalb insofern entschärft wurde, als er sein Ratsmandat im Oktober 2014 zurückgegeben hat. Begründung: Als Anwalt für Verwaltungsrecht wolle er nicht mehr länger Aufträge ablehnen müssen, weil damit ein Interessenkonflikt mit seinem politischen Amt verbunden sei. Ein Schachzug in weiser Voraussicht.

 
 

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