Die Bahn kommt – oder auch nicht

Nordwestbahn am Haltepunkt Gladbeck-Zweckel.
Nordwestbahn am Haltepunkt Gladbeck-Zweckel.
Foto: WAZ Fotopool
Züge der Nordwestbahn haben Ausfälle auf den Ruhrstrecken – auch in Gladbeck. Das Unternehmen hat als Grund einen Serienfehler an einem wichtigen Bauteil für die Energieversorgung entdeckt.

Gladbeck.  Die Bahn kommt – oder auch nicht. Das gilt zurzeit zumindest für die Ruhrgebietsstrecken der Nordwestbahn. Besonders die „Emschertal-Bahn“ (RB 43 von Dorsten bis Dortmund) als auch „Der Borkener“ (RE 14 von Borken bis Essen), die in Gladbeck- Zweckel, -Ost oder -West halten, werden von wartenden Fahrgästen momentan besonders häufig verflucht. Statt in die charakteristischen blau-gelben Züge musste auch am Dienstagmorgen in Ersatzbusse umgestiegen werden.

Und wer in der letzten Woche eine der Nordwestbahnen erwischte, wünschte sich das ein oder andere Mal schnell insgeheim wieder den wohltemperierten Ersatzbus herbei. Grund: Die Klimaanlagen der Bahnen funktionierten nicht immer, so dass schnell die Innentemperatur auf Saunaniveau kletterte. Hinzu kam, das Züge verkürzt waren, mit entsprechend geringerem Platzangebot und unangenehmer Nähe zu ebenfalls schwitzenden Mitreisenden.

Wartungsstau am Generator

„Das Ganze tut uns sehr leid“, sagt Timo Kerßenfischer von der Nordwestbahn. Seit etwa sechs Wochen habe das Unternehmen auf den Ruhrstrecken „einen so genannten Wartungsstau“. Konkret sei bei einem Dutzend der 30 in Nordrhein-Westfalen eingesetzten Triebwagen „bei einem nach dem anderen ein Generatorfehler aufgetaucht“. Da andere Züge nicht betroffen seien, „gehen wir davon aus, dass es sich um einen Baureihenfehler und somit einen Serienschaden handelt“, so der Kommunikations-Chef weiter.

Der defekte Generator, der unter anderem die Klimaanalage in den Zügen mit Strom versorgt, lasse sich nicht warten, sondern müsse komplett ausgetauscht werden. Das Problem sei so quasi erkannt, aber nur eingeschränkt gebannt, „da die Ersatzteile nicht sofort zur Verfügung stehen“.

Die betroffenen Triebwagen könnten so nur mit Einschränkung eingesetzt werden, so dass es leider zu Ausfällen komme. Dies aber nicht in dramatischer Weise, unterstreicht Kerßenfischer. Im Juli sind beispielsweise von 1159 Fahrten 34 ausgefallen. „Auf den Borkener (RE 14) bezogen, lag die Ausfallquote bei lediglich 2 %.“ Wobei der Kommunikationsprofi einräumt, dass freilich „für die Betroffenen jeder Ausfall höchst ärgerlich ist“.

Damit die unverschuldete Verspätung für Reisende nicht zu Problemen mit dem Arbeitgeber führt, könne man sich, „falls vorhanden, sofort beim Zugbegleiter die Verspätung bestätigen lassen – oder später über die Nordwestbahn“. Dabei sollte man natürlich die konkret betroffene Zugverbindung und Uhrzeit angeben können. „Außerdem gilt auch für unsere Züge im VRR-Netz die Mobilitätsgarantie, mit möglicherweise entsprechenden Sonderleistungen, deren Kosten dem Fahrgast selbstverständlich erstattet werden.“

Die Mobilitätsgarantie emöglicht ein Taxi oder zuschlagspflichtigen Zug (IC, EC, ICE) zum Zielort zu nutzen.Die Kosten werden erstattet, wenn der gewünschte Zug mehr als 20 Minuten Verspätung hat und keine andere offensichtliche Fahralternative (Bus oder Bahn) besteht.

 
 

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