Der Widerstand gegen den Abriss wächst

Michael Bresgott
Seit 20. November 2010 ist die St.-Elisabeth-Kirche geschlossen. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Seit 20. November 2010 ist die St.-Elisabeth-Kirche geschlossen. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck. Mit Spannung erwarten die Ellinghorster ein Treffen, das bei manchem schon jetzt neue Hoffnung geweckt hat. Gibt es doch noch eine Chance, die am 20. November 2010 geschlossene kath. St.-Elisabeth-Kirche vor dem Abriss zu retten?

Erstmals ziehen diese drei als Organisatoren an einem Strang: Zur Diskussion über die Zukunft der St.-Elisabeth-Kirche laden am Mittwochabend (19. Januar; 19.30 Uhr) der Arbeitskreis Stadtbildpflege, die Ellinghorster Siedler und „Lebenswerter Wohnen Luftschacht“ ein.

Die entsprechende Meldung in der Samstagausgabe der WAZ fand stadtweit viel Aufmerksamkeit. So meldete sich etwa Wolfgang Roßmann in der WAZ-Redaktion. Er hatte schon zuvor telefonisch immer wieder sein Unverständnis über den geplanten Kirchen-Abriss dargelegt und formuliert nun: „Ich halte diese Kirche, was die Innengestaltung angeht, für die schönste in der Stadt Gladbeck. . . Für mich und wahrscheinlich auch für viele Ellinghorster hat die Innenraumgestaltung der St.-Elisabeth-Kirche großen Symbolcharakter. Bekanntlich wurde sie damals zur Blütezeit des Steinkohlenbergbaus von Menschen errichtet, die auf den naheliegenden Bergwerken der Hibernia, nämlich Möller und Rheinbaben, ihr Brot verdienten.“ Als gebürtiger Rentforter habe er, so Roßmann weiter, damals den Bau dieser Kirche miterlebt. Seit mehr als vierzig Jahren gehöre er nun der Gemeinde St. Marien an und beobachte die Entwicklung in Ellinghorst „mit Wehmut“.

Diese Stellungnahme von Wolfgang Roßmann, der mit seinen Gladbecker Filmaufnahmen stadtweite Bekanntheit erlangt hat, spiegelt wohl das Stimmungsbild bei vielen Gladbeckerinnen und Gladbeckern. Mit dem Abriß dieser Kirche geht für sie alle „wieder ein Stück Bergbaugeschichte verloren“ und auch ein Stück Gladbecker Identität.

Wolfgang Roßmann appelliert an die Gladbecker Stadtgesellschaft, „nach einer Lösung für den Erhalt dieses Gotteshauses zu suchen“, wobei es allerdings fünf vor zwölf sei. Ein mögliches Beispiel für so eine Perspektive könne die bereits vor einiger Zeit aufgegebene, aber erhaltene St.-Pius-Kirche im Gladbecker Süden sein oder auch der Erhalt der Christus-König-Kirche in Schultendorf, wo sich ein Förderverein engagiert um das Bauwerk kümmert.

Roßmann will die Erinnerung an St. Elisabeth wachhalten, was auch immer mit dem Bauwerk passiert: „Bei meinen Dreharbeiten für den Film über die Großpfarrei St. Lamberti konnte ich noch nicht erahnen, dass die Aufnahmen in St. Elisabeth einmal von historischem Wert sein würden. . .“