Demonstration der Grünen Jugend stoppt Verkehr auf der B 224

Mit Nico Salfeld an der Spitze (mit Gladbeck-T-Shirt) bahnte sich die Demo den Weg über die B 224.
Mit Nico Salfeld an der Spitze (mit Gladbeck-T-Shirt) bahnte sich die Demo den Weg über die B 224.
Foto: Funke Foto Services
„Wir lassen uns nicht überrollen!“ Rund 50 Teilnehmer protestierten in Gladbeck gegen den A52-Ausbau. Dafür wurde sogar die Bundesstraße 224 gesperrt.

Gladbeck..  Der 11. August 2015 wurde um 12.26 Uhr zu einem historischen Tag im Zuge der jahrzehntelangen A-52-Debatte: Erstmals wurde die Bundesstraße 224 am Dienstag für eine Kundgebung gegen den Autobahnausbau auf Gladbecker Gebiet gesperrt.

Rund 50 Teilnehmer zogen von der Europastraße im Gewerbegebiet Brauck über die Phönixstraße in Richtung Wittringen; um 12.26 Uhr sperrte die Polizei für den Demonstrationszug die B 224 in Höhe Phönixstraße für mehrere Minuten in beide Richtungen. Ein Video dazu ist auf dem Twitter-Account der WAZ Gladbeck unter den aktuellen Tweets von Dienstag zu sehen.

Die Grüne Jugend Gladbeck hatte die Demonstration organisiert, dem Aufruf folgten zum Beispiel aber auch Mitglieder aus den Reihen der Parteien Die Linke und DKP. So demonstrierte Der-Linke-Landeschef Ralf Michalowsky ebenso wie Fraktionschef Olaf Jung oder Ratsmitglied Franz Kruse gegen die A 52. Für die DKP zeigte unter anderem Peter Jarosch Flagge. „Wir lassen uns nicht überrollen!“, „Stoppt das Monsterkreuz A 52/A 2!“ Die Demonstranten trugen zahlreiche Transparente; vorneweg ging der Vorsitzende der Grünen Jugend Gladbeck, Nico Salfeld, mit einem von ihm selbst gezimmerten Holzkreuz.

Holzkreuz und Grabkerzen - Trauer um Wittringen

Als die Demonstration an der Kreuzung Schützenstraße/B 224 ankam, konnten die Teilnehmer an diesem Holzkreuz Grabkerzen anzünden. Sogar an die Feuerzeuge hatte Nico Salfeld gedacht.

Eine symbolträchtige Aktion, die die Trauer um das Naherholungsgebiet Wittringen ausdrücken sollte - für jenen Fall, dass die A 52 inklusive eines neuen Autobahnkreuzes A 52/A 2 gebaut wird.

Über Schützenstraße, Wilhelmstraße, Grabenstraße, Zweckeler Straße, Schillerstraße, Humboldtstraße und Postallee ging es zum Willy-Brandt-Platz, wo Nico Salfeld und Philipp Papierok zu den Rednern zählten und nochmals ihre strikte Ablehnung aller A-52-Ausbaupläne unterstrichen.

Autofahrer: „Die bauen doch sowieso das, was sie wollen“

Immer wieder bildeten sich infolge des Demonstrationszuges Staus im Stadtgebiet. Die Autofahrer nahmen es in den meisten Fällen gelassen. Ein Fahrer auf der B 224, der an der Kreuzung Phönixstraße durch die Demo gestoppt wurde, rief den Teilnehmern sogar eine Botschaft zu: „Das hat doch keinen Sinn. Die bauen doch sowieso das, was sie wollen.“ Doch genau das wollen die Demo-Teilnehmer verhindern.

Auch Martin Arnold von der Mobilität-Werk-Stadt protestierte in Gladbeck gegen die Autobahn 52. Der Essener war mit Bus und Bahn (und Falt-Fahrrad) aus seiner Heimatstadt nach Gladbeck gekommen, um bei der Demo der Grünen Jugend dabei zu sein.

„Wir befinden uns in diesem Herbst bei der A 52 in einer ganz entscheidenden Phase“, sagte er. Es gehe vor allem auch darum, zu verhindern, dass der Autobahnausbau in die Prioritätenliste des neuen Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werde.

Positive Demo-Bilanz

Auch weitere Kundgebungsteilnehmer kamen mit ihrem Fahrrad zur Demo und zeigten ihren A-52-Protest auf Transparenten und Papptafeln: „Lasst Wittringen in Ruhe!“ oder „Hurra, ich krieg ‘ne Autobahn und bin trotzdem noch nicht pünktlich dran!“

Nico Salfeld zog bereits am Mittag eine positive Demo-Bilanz: „Mit so vielen Teilnehmern hatte ich eigentlich gar nicht gerechnet“, sagte er. „Ich danke allen, die an unserer Demonstration teilgenommen haben.“

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