Gladbeck

„Das Kaffeeorakel von Hellas“

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Gladbeck. . Im Rahmen des „Forum soziale Demokratie“ hat nun auch die Gladbecker SPD die Euro-Krise auf die Tagesordnung gesetzt. Besonderes Augenmerk lag dabei am Freitagabend auf Griechenland.

Über das Thema „Europa, Griechenland und der Rest“ diskutieren neben Moderator Jens Bennarend und dem ehemaligen Gladbecker Juso Andreas Deffner auch die Europaabgeordnete Jutta Haug.

Die stellv. Vorsitzende des Haushaltsausschusses kommentierte vor allem die strukturellen Hindernisse in Griechenland. Probleme mit der Bürokratie, die insbesondere für Unternehmensgründer hinderlich seien, dem Beamtentum und einer ausgeprägten Vetternwirtschaft sieht sie als die Gründe für die Strukturschwäche Griechenlands.

Deffner beleuchtet die griechische Mentalität hingegen von der persönlichen Ebene. Er hat auf der Peloponnes ein zweites Zuhause gefunden, fährt schon seit 1993 regelmäßig in „seinen Heimatort“ auf der griechischen Halbinsel und ist mit vielen Griechen gut befreundet. Seine Erfahrungen aus dem Eurostaat hat er in einem Buch gesammelt. In „Das Kaffeeorakel von Hellas“ schreibt er unter anderem wie die Griechen mit der Schuldenkrise und den Lösungsansätzen umgehen. Dieser persönliche Blick auf die griechische Mentalität und das politische Leben dort, bringen ihn zu ähnlichen Ergebnissen wie Jutta Haug. Für sie gilt besonders in Griechenland: „Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.“ Zunächst müsse in der politischen Klasse aufgeräumt werden, ein allgemeines Umdenken müsse stattfinden. Auch die Tatsache, dass es in Griechenland nur zwei große Parteien gibt, sei ein Hindernis für den Neuanfang.

Griechenlandkenner Deffner unterstrich das am Freitagabend bei der SPD mit einigen Anekdoten. So erzählte er von einem ehemaligen Comicladenbesitzer, der über Kontakte zum Leiter eines Tunnelbaus wurde. Am Ende der Bauarbeiten merkte man, dass man sich bei dem Bau um 35 Meter vertan hatte. Der Tunnel musste schließlich wieder zugeschüttet werden. Ein Zuschauer dazu: „Mit Bergleuten von hier wäre das nicht passiert!“

 

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