Das Herz schlägt für Wittringen

Der Maler  Rainer Hillebrand malt das Schloss Wittringen.
Der Maler Rainer Hillebrand malt das Schloss Wittringen.
Foto: Michael Korte

Gladbeck.  Das Schloss Wittringen hat es ihm angetan. Die Liebe erwachte vor vielen Jahren schon. Damals schlenderte er noch über die Pfade, heute nimmt er regelmäßig vor den Eingangstoren Platz. Dann sitzt Rainer Hillebrand da mit seiner Feldstaffelei und malt, was er sieht.

„Ich komme meistens für vier Stunden her“, erzählt der Landschaftsmaler. „An dem aktuellen Bild arbeite ich jetzt den dritten Tag. Das liegt daran, dass ich sehr gerne die Details heraus arbeite.“ Und tatsächlich, jedes Blatt am grünen Baum scheint auf dem Papier gebannt zu sein, jedes Grashalm, jede Blume.

In seiner Malerei ist Rainer Hillebrand durchaus inspiriert von der englischen Landschaftsmalerei. Die Liebe zu dieser kam mit der Liebe zur Gattin, einer gebürtigen Londonerin. Nicht zuletzt deshalb kann der Pensionär, der von Haus aus Elektroingenieur ist, auf Ausstellungen in England zurück blicken. „Ich war in meinem Berufsleben für drei Standorte verantwortlich, an denen Elektronikentwicklung betrieben wurde. Wir waren Ausrüster für die petrochemische und die pharmazeutische Industrie. Und erst jetzt habe ich richtig viel Zeit für die Kunst“, lacht der Bochumer, der seither viel Zeit in Gladbeck verbrachte.

Bilder aus England

An einer kleinen mitgebrachten Wand hängen stets einige Bilder von Rainer Hillebrand. Und noch mehr hat er in dem großen Koffer, der neben ihm steht. Weil schon mal Spaziergänger ihr Herz für ein Bild entdecken. „Aber das sind nur Drucke. Die Originale sind vielen zu teuer.“ Eigentlich zu Unrecht. Denn rechnet man aus, was der 65-Jährige damit in der Stunde verdient, ist das Resultat ernüchternd. „Das ist weniger, als jede Putzfrau bekommt.“

Doch für den Pensionär zählt die Liebe zu Kunst und dass er die nun ausleben kann. „In letzter Zeit habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die grüne Schönheit des Ruhrgebietes festzuhalten. Sicherlich gibt es heute auch schöne Motive in den ehemaligen Industrielandschaften. Aber ich konzentriere mich im Moment auf die grünen Landschaften.“

In den schönsten Farben

Und auf das Schloss Wittringen, das in Rainer Hillebrands aktuellem Bild in den schönsten Farben erstrahlt. Das gefällt auch denen, die vorbei kommen. „Die Reaktionen der Menschen, die hier spazieren gehen, sind sehr positiv. Das ist natürlich eine Bestätigung für mich“, freut sich der Maler. Und dann erzählt er auch gerne von seiner Arbeit. „Das Fachwerk, das hat schon viel Zeit gekostet“, schmunzelt er.

Gerade ist eine Ausstellung in England zu Ende gegangen. Dafür widmete er sich kurzzeitig auch der englischen Küste. Und für eine anstehende Ausstellung im kommenden Jahr will Rainer Hillebrand auch ein paar Mal in Essen malen. Dem Schloss Wittringen aber bleibt er ganz sicher treu. So wird er auch in Zukunft interessierten Spaziergängern von seiner Arbeit berichten. „Wittringen ist immer schön, wenn das Wetter schön ist. Die ganze Anlage ist einfach hervorragend.“

Hintergrund: Rainer Hillebrand

Durch den Vater, der Malermeister war, entwickelte Rainer Hillebrand die Liebe zur Farbe. Schon als Kind malte und zeichnete er gerne. Erst heute aber kann er seine Leidenschaft wirklich ausleben. Mehr Arbeiten des 65-Jährigen sind auf der Homepage landscapeart.org.uk zu sehen.

 
 

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