CDU-MdB Sven Volmering will wieder in den Bundestag

CDU-MdB im Kindergarten St. Marien anlässlich einer bundesweiten Lesewoche.
CDU-MdB im Kindergarten St. Marien anlässlich einer bundesweiten Lesewoche.
Foto: Michael Korte
Abgeordneter strebt Wiederwahl im September 2017 an. Stadtverbände haben einhellige Zustimmung zur Kandidatur signalisiert. Wahlkreiskonferenz am 1. September

Gladbeck..  Er will nochmal ‘rein in den Bundestag: Sven Volmering (40), der CDU-Abgeordnete für den Wahlkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten, will seinen Hut erneut in den Ring werfen für die Bundestagswahl 2017. Die CDU-Stadtverbände der drei Städte haben ihre einhellige Zustimmung dazu bereits signalisiert, den offiziellen „Segen“ muss die Wahlkreiskonferenz am 1. September geben.

Bis dahin ist es noch etwas hin, ebenso bis zur Wahl im September 2017, und somit ist eigentlich keine Eile geboten für die offizielle Ankündigung der Kandidatur. Aber die SPD ist ja auch nicht müßig, hat Amtsinhaber Michael Gerdes schon im April zum Kandidaten gekürt . . .

Sven Volmering war vor drei Jahren eher überraschend über Platz 26 der CDU-Landesliste in den Bundestag gekommen. Der Listenplatz war 2013 nicht ganz aussichtslos gewesen, aber keineswegs sicher. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat der Wahlkreis seitdem wieder zwei Abgeordnete in Berlin, die ja trotz unterschiedlicher Parteienfarbe in der großen Koalition sogar gemeinsame Politik machen.

Dritte Kandidatur

Die nun angekündigte erneute Kandidatur ist die dritte für Volmering. Den ersten, allerdings erfolglosen, Versuch für ein Bundestagsmandat hatte der einstige Vorsitzende der Jungen Union im Land NRW im Jahr 2009 gemacht.

Nun, mit der Erfahrung aus dem Berliner Parlament im Rücken, fühlt er sich umso motivierter. „Die Erfahrungen der ersten drei Jahre haben gezeigt, dass man etwas bewegen und gestalten kann, auch wenn es in der Politik manchmal lange dauert“, sagt der Abgeordnete. Ein Gladbecker Beispiel: An den Verhandlungen zum Ausbau der A 52 auf Gladbecker Stadtgebiet hatte Volmering durch seine Nähe zu Staatssekretär Enak Ferlemann wesentlichen Anteil.

Weniger lokal, dafür von nationaler Bedeutung ist dieses Beispiel: Als Berichterstatter seiner Fraktion hat der Lehrer für Politik, Sozialwissenschaft und Geschichte am Thema Digitale Bildung mitgearbeitet und wird ebenso an der Strategie zur Umsetzung beteiligt sein. Hier geht es u. a. um eine verbesserte Lehrerausbildung, neue Standards in den Curricula.

Dazu kommt die Arbeit im Wahlkreis. „Den habe ich in den Jahren natürlich noch viel besser kennen gelernt“, sagt Volmering, der zwar weiterhin aus familiären Gründen mit Frau und den kleinen Töchtern (2 Jahre und vier Monate) in Bocholt wohnt, außerhalb der Berliner Sitzungswochen im Parlament seinen Wahlkreis aber stetig beackert.

Wie gesagt, noch ist viel Zeit. Wenn es zum aktiven Wahlkampf kommt, hofft der CDU-Kandidat auf einen fairen Umgang der politischen Gegner miteinander und eine faire Behandlung sowie parteipolitische Zurückhaltung von Funktionsträgern, z.B. Bürgermeistern. Ganz direkt sagt er: „Gerade hier in Gladbeck geht es manchmal ins Persönliche“.

„Wir müssen die AfD inhaltlich stellen“

Welche Strategie gibt es für den Umgang mit der AfD?

Volmering: Die AfD muss inhaltlich gestellt werden, wir dürfen sie aber nicht einfach verteufeln und pauschal verurteilen. Unter den Wählern der AfD sind ja nicht nur Spinner. Wir müssen die Gefühle der Leute ernst nehmen. Allerdings: Rechtsextreme müssen mit aller Schärfe bekämpft werden.

Wie kann die Strategie gelingen?

Indem die eingängigen Slogans der AfD enttarnt werden. Natürlich müssen wir auch an den Ursachen für die Protestwahl arbeiten. Also die Flüchtlingszahlen reduzieren, die Ankommenden in Europa gerecht verteilen und die Fluchtursachen in den Ländern bekämpfen.

Brauchen wir ein Einwanderungsgesetz?

Man muss darüber diskutieren, ob die vorhandenen Regelungen reichen. Wir brauchen eine Debatte, welche Zuwanderung wir brauchen und welche wir wollen.

Müssen die Volksparteien die AfD fürchten?

Ich bin sehr für starke Volksparteien, dafür müssen wir kämpfen und werben. Die großen Parteien, CDU und SPD, sollten über 30 Prozent haben. Die Zerfransung in viele kleine Fraktionen macht die Politikgestaltung schwierig.

EURE FAVORITEN