Bürgerforum: Straßenbau mit Blick auf Menschen

„Wer einseitig im Interesse des Verkehrs immer schnellere Verbindungen fordere, wird an den Menschen und den zu ihrem Schutz erlassenen Vorschriften scheitern.“ Mit dieser Mahnung wendet sich der Vorsitzende des Bürgerforums, Norbert Marißen, an den Chef der IHK, Karl-Friedrich Schulte-Übbing. Als Beispiel für Verkehrsplanung, die den Menschen ignoriert, führt er den geplanten Ausbau der A 52 durch Gladbeck sowie den Bau des A2/A52-Kreuzes vor Wittringen an. Anlass für Marißens Brief ist die öffentliche Kritik des IHK-Chefs, dass die Straßenplanung in NRW zu lange dauere. Der Vorsitzende des Bürgerforums stimmt zu, dass die Wirtschaft leistungsfähige Straßen brauche, es bedarfsgerechte Straßen und attraktive Verkehrsmöglichkeiten geben müsse. Wie die Verkehrssituation der Zukunft aber gestaltet werden sollte, dazu hat das Bürgerforum eine grundsätzlich andere Auffassung.

„Flüssiger Verkehr ist nicht Selbstzweck“, erinnert Marißen daran, dass Planung, der Bau von Infrastrukturen und der laufende Verkehrsbetrieb dienende Funktion für die Menschen und ihre Unternehmen hätten. Falls der Neubau von Straßen unumgänglich sein sollte, müssten sie so gebaut werden, dass sie den Menschen nutzen und ihnen so wenig wie möglich schaden. Deshalb sei der Verkehrsbau in dicht besiedelten Regionen so sensibel.

Und deshalb, so schlussfolgert Marißen, dürften A52, Überflieger und Autobahn-Kreuz nicht auf dem Gladbecker Stadtgebiet gebaut werden, weil sie die Gesundheit vieler Menschen konkret gefährden würde. „Gefahrenabwehr für Gesundheit und Umwelt hat Vorrang vor dem Bau der Autobahn“. Es gebe gute Alternativen für die Beseitigung des Engpasses B224, die auch im Interesse der Transportwirtschaft und der Industrie sein könnten. Nachgewiesen habe das Bürgerforum dies im „Plädoyer für eine bessere Mobilität“.

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