Bürgerforum auf vollem Konfrontationskurs zur Stadtspitze

Stephan Müller (links) und Matthias Raith (rechts) vom Bürgerforum gehen auf Konfrontationskurs zur Stadtspitze, hier ein Bild vom Januar 2015 beim Besuch von Ex-NRW-Minister Christoph Zöpel (Mitte) an der B 224 in Gladbeck.
Stephan Müller (links) und Matthias Raith (rechts) vom Bürgerforum gehen auf Konfrontationskurs zur Stadtspitze, hier ein Bild vom Januar 2015 beim Besuch von Ex-NRW-Minister Christoph Zöpel (Mitte) an der B 224 in Gladbeck.
Foto: Funke Foto Services
Schärfer könnte die Rhetorik kaum ausfallen: Das Bürgerforum kündigt eine „härtere Gangart“ in der A 52-Debatte an und setzt das gleich in die Tat um.

Gladbeck..  „Angesichts der Vorgänge der letzten Woche werden wir ab sofort eine härtere Gangart einlegen müssen, um die A 52 zugunsten besserer Lösungen für unsere Stadt zu verhindern.“ Das schreibt Bürgerforum-Vorsitzender Matthias Raith mit Blick auf die Berliner A 52-Gespräche vom 3. November und die Planungs- und Bauausschuss-Sitzung vom 5. November, in der es eine breite Zustimmung zum A 52-Ausbau mit 1,5 km langem Tunnel gab.

Das Bürgerforum hat nun an Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) einen offenen Brief geschrieben, der in rhetorisch schärfstem Ton die Stadtspitze angreift und mit Blick auf einen möglichen A 52-Ausbau in Gladbeck heftige Vorwürfe formuliert.

„Sie zerstören die Lebensqualität in der Stadt in voller Absicht und mit intensiver Energie“, heißt es zum Beispiel an die Adresse des Bürgermeisters. Oder: „Sie bringen aus Berlin einen Koffer voll Gift mit in die Stadt!“ Denn gerade im Bereich des Tunnels seien die zu erwartenden Immissionen verheerend. „Wissen Sie, dass Sie aktiv dabei mitwirken, unsägliches, todbringendes Leid für viele Gladbecker und ihre Familien in die Stadt zu tragen?“, glaubt das Bürgerforum, fragen zu können.

Falls es am 26. November im Rat eine mehrheitliche Zustimmung zu den Ausbauplänen gebe, käme das laut Bürgerforum „einer putschartigen Überrumpelung der Stadtgesellschaft gleich“, denn nachprüfbare Aussagen von Bund und Land lägen nicht vor. Das Thema sei also keineswegs entscheidungsreif.

„Satire muss empfindlich treffen“

Auch grenzwertige Satire sei deshalb in der A 52-Debatte durchaus erlaubt, formulieren Matthias Raith, Ramona Schaaf, Stephan Müller, Olaf Jung, Kurt Rohmert und Matthias Strehlke in dem offenen Brief an den Bürgermeister – offenbar auch mit Blick auf das jüngst im Internet veröffentlichte, fragwürdige „Wanted“-Flugblatt, das A 52-Befürworter wie Ulrich Roland, Peter Breßer-Barnebeck oder auch Peter Rademacher (CDU) bildlich in eine Reihe mit dem bewaffneten Geiselnehmer Rösner stellt.

„Satire ist erlaubt, sie muss empfindlich treffen und wird zur Abwehr der A 52 immer angemessener“, formuliert das Bürgerforum, das auch nochmals auf sein Mitte September vorgestelltes „Plädoyer für eine bessere Mobilität“ verweist, das eine „umweltfreundliche, preiswertere, rasch zu verwirklichende Lösung der Verkehrsprobleme der Region“ darstelle.

 
 

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