Bürgerforum: 500-Millionen-Schätzung für Tunnel ist solide

Verkehrszählung des Bürgerforums an der B-224-Trasse im März 2014.
Verkehrszählung des Bürgerforums an der B-224-Trasse im März 2014.
Foto: WAZ FotoPool
Die A-52-Debatte geht unvermindert weiter: Das Bürgerforum weist jetzt in einem offenen Brief die jüngste Kritik von Sven Volmering (CDU) zurück.

Gladbeck..  Bürgerforum-Vorsitzender Matthias Raith nimmt den jüngsten WAZ-Bericht zu den Kosten eines etwaigen A-52-Tunnels in Gladbeck zum Anlass für einen offenen Brief an den CDU-Bundestagsabgeordneten Sven Volmering.

„Entgegen Ihrer jetzigen Einschätzung basiert unsere Kostenschätzung auf konkreten Vergleichen mit gut vergleichbaren Straßentunneln in NRW“, erklärt Matthias Raith in dem Schreiben. Und weiter: „Wir haben die dazu erstellten, uns vorliegenden Kostenermittlungen ausgewertet und sie auf die für Gladbeck erforderlichen Maßnahmen umgerechnet. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Quellen unserer Kostenschätzung nicht öffentlich ausbreiten können.“

Sven Volmering hatte das Bürgerforum scharf kritisiert und formuliert, dass „Phantasterei“ bei der Kostenschätzung für den Autobahntunnel nicht weiter helfe. Zugleich hatte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), dem Bürgerforum ebenfalls widersprochen und erklärt, dass der A-52-Tunnel in Gladbeck nicht rund 500 Millionen Euro kosten werde (wie vom Bürgerforum geschätzt), sondern rund 130 Millionen Euro.

„Nördlich der A 2 bis heute keine konkrete Planung“

Matthias Raith führt in seinem Brief an Volmering mit Blick auf die Gespräche der Gladbecker Delegation am 6. März in Berlin aus: Klar sei, „dass es für den Teilabschnitt der A 52 nördlich der A 2 bis heute noch keine konkrete Planung gibt, die den bautechnischen Anforderungen und dem gesetzlich festgeschriebenen Schutz der Bevölkerung entspricht“.

Dementsprechend gebe es, so der Bürgerforum-Vorsitzende, dafür auch keine belastbare Kostenkalkulation. Die vor dem Ratsbürgerentscheid im März 2012 in die Welt gesetzten Zahlen seien „gegriffene, technisch nicht unterlegte Zahlen“. Matthias Raith: „Sie werden nicht dadurch besser, dass Herr Ferlemann bzw. Sie jetzt neue Zahlen auf dieser sehr ungewissen Basis in die Welt setzen.“

„Immissionstechnisch nicht beherrschbare Rampe“

Eine Tunnellänge von 1,5 km, wie sie im März 2012 beim Ratsbürgerentscheid zur Abstimmung anstand, könne „doch wirklich nicht Ihr politischer Ernst sein“, schreibt Raith an Volmering. „Abgesehen davon, dass der Rat der Stadt und die Gladbecker Bürger diesen Tunnel mit großer Mehrheit abgelehnt haben, hält die 1,5-km-Idee den gesetzlichen Anforderungen an die bestehenden Vorschriften zum Schutz von Bevölkerung und Umwelt schon deshalb nicht Stand, weil der Tunnel eine offene, immissionstechnisch nicht beherrschbare Rampe zwischen A 2 und Phönixstraße hätte.“

In Dortmund sei die Idee eines 1,5-km-Tunnels für den Westfalendamm, der den lokalen Anforderungen einer innerstädtischen Besiedlung genügen sollte, auch wegen der immensen Kosten von 240 bis 260 Millionen Euro vor fünf Jahren verworfen worden, ergänzt der Vorsitzende des Bürgerforums.

 
 

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