Brandfolgen nach Feuer in Gladbecker Stadtbücherei noch unklar

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Gladbeck. Der Brand in der Stadtbücherei kann unter Umständen größere Schäden verursacht haben als derzeit abschätzbar. Zu dem unmittelbaren Brandschaden in den Büros von rund 50 000 € kommt eine umfassende Säuberung der gesamten Bücherei und vor allem eine in Ausmaß und Kosten noch nicht zu beziffernde Reinigung des Buchbestandes.

Sämtliche Medien – rund 115 000 – sind verrußt. Welche Schadstoffe auf ihnen lagern, wird ein Gutachter ermitteln. „Einfach abstauben, das wird nicht reichen“, betont Büchereileiter Uwe von der Weppen. Nicht einmal ein Entsorgen von Teilen oder sogar des Gesamtbestands ist nicht ausgeschlossen. Das werde vom Urteil des Experten abhängen, so von der Weppen.

Stadtsprecher Peter Breßer-Barnebeck betont, dass die Bücherei erst nach einer kompletten Reinigung, auch der Lüftungsanlage, wieder geöffnet wird. „Erst müssen wir absolut sicher sein, dass keine Gefahr für Mitarbeiter und Besucher besteht.“ Inzwischen wurden vom Hygieneinstitut Proben genommen. Am Donnerstag sprach die Stadt mit ihrer Versicherung über die Brandschäden.

Die polizeilichen Ermittlungen laufen unterdessen weiter. Fest stehe, dass es sich um Brandstiftung handelt, so ein Sprecher des RE-Polizeipräsidiums. Die Kripo konnte am Brandort Spuren sichern, Hinweise auf Täter gebe es aber noch nicht. Auch das Motiv sei unklar. Einen ähnlichen Brandanschlag auf das Bauordnungsamt von Ende Januar bezeichnet die Polizei als „auffällig“, ob es einen Zusammenhang gebe, sei aber völlig offen.

Bürgermeister Ulrich Roland hat nach den Brandanschlägen auf die städtischen Einrichtungen am Freitag in einer Rundmail an die Rathausbediensteten zur Wachsamkeit aufgerufen.

Mit Bestürzung hat WAZ-Leserin Inge Klein auf die Brandnachricht reagiert. Um mehr Anreiz für die Aufklärung des Falls zu erhalten, schlägt sie vor, durch Bürgerspenden die städtische Belohnung von 1000 € aufzustocken.

Abgesagt werden musste als unmittelbare Brandfolge die Kinderliteraturnacht am 24. und 25. Februar. Grund dafür ist, dass der untere Bereich des Stadtbücherei bei dem Brandanschlag derart beschädigt wurde, dass er komplett saniert werden muss und auf absehbare Zeit nicht nutzbar ist.

Auch wurde die Deko für die Nacht durchs Feuer zerstört. Nachholbar ist der Termin nicht, da die Autoren auf Monate ausgebucht sind, so Bücherei und Literaturbüro. Das Geld für die Eintrittskarten gibt’s ab 23. Februar in der Stadthalle zurück. Ausfallen werden ebenso - mindestens bis Ende Februar - die Koki-Veranstaltungen. Auch dieser Raum ist nicht nutzbar.

Ab Dienstag wird der Bücherbus als Notausleihe vor der Bücherei stehen und bis auf weiteres (mo-do, 10-13 Uhr) seinen Bestand als Ausleihe anbieten. Dort kann man auch ausgeliehene Bücher zurückgeben. Wer dies dort nicht tut, erhält aber keine Mahnung, so die Bücherei. Mahnungen würden ausgesetzt, es fallen auch keine Gebühren an.

Ebenso ab Dienstag wird im Foyer der Stadthalle der Zeitungslesesaal eingerichtet. Alles, was neu an Zeitungen und Zeitschriften reinkommt, wird dort ausgelegt (mo-fr, 11-17 Uhr). Der Bücherbus fährt weiter seine Tour. Nur an der Gesamtschule (mi) und am Schulzentrum Brauck (do) hält er vorläufig nicht.

 
 

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