Betrüger nutzte Konto der Stadt - Bewährungsstrafe verhängt

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Der 59-jährige Angeklagte räumte die Taten unumwunden ein und begründete sie mit finanzieller Not.

Gladbeck.  Zwei Geldstrafen per Strafbefehl und eine sechsmonatige Haftstrafe mit Bewährung haben ihm seine Betrügereien schon eingebracht. Jetzt musste sich ein 59-Jähriger erneut wegen Betruges vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Gladbeck verantworten.

Vor allem dank seines Geständnisses und der Tatsache, dass er nach langer Arbeitslosigkeit ab September wieder einen Job hat, kam er noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon.

Der Gladbecker machte unter verschiedenen falschen Namen Geschäfte über das Internet, ließ sich Waren, z. B. ein Picknick-Set, einen Fahrradträger, Autoreifen und einen Gartenpavillon, an seine Adresse in Rentfort liefern. Zudem bestellte er Premium-Mitgliedschaften bei mehreren Datingplattformen. Als Abbuchungskonto gab er die Bankverbindung der Stadtverwaltung Gladbeck an. „Wahrscheinlich, weil die Kontonummer so schön kurz ist. Da musste ich nicht so viele Zahlen eintippen“, sagte er auf die Frage der Vorsitzenden Richterin, warum er sich ausgerechnet dieses Konto ausgesucht habe.

Acht Betrugsfälle

Acht Betrugsfälle listete der Staatsanwalt auf, begangen zwischen Juli und September 2014. Der Gesamtschaden summiert sich auf rund 1800 Euro. Der 59-Jährige räumte die Taten unumwunden ein und begründete sie mit finanzieller Not. Der Mann lebt von Hartz IV, ihn drückt zudem die Last von 200 000 Euro Schulden, die sich in der Vergangenheit aufgetürmt haben, seit drei Jahren läuft die beantragte Privatinsolvenz.

„Wenig raffiniert“ seien seine Betrügereien gewesen. Darin waren sich Staatsanwaltschaft und Verteidiger einig. Unterschiedlich allerdings fiel die Zukunftsprognose für den Angeklagten aus. Er sei auf bestem Weg, ein notorischer Betrüger zu werden, befürchtete der Staatsanwalt.

Er sei gerade dabei, sein Leben weder in den Griff zu bekommen. Deshalb müsse man ihm noch einmal eine Bewährungschance geben, argumentierte hingegen der Verteidiger. Und der Angeklagte selbst versicherte in seinem Schlusswort: „Die Gefahr, dass es chronisch wird, besteht bei mir nicht.“

Das Gericht verhängte letztlich eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten, setzte diese aber für drei Jahre zur Bewährung aus. Eine der Auflagen: Der 59-Jährige muss 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

 
 

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