Bahnhof Zweckel: Umbau kommt noch später

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Gladbeck. Es sieht nach einer „unendlichen Geschichte“ aus wie seinerzeit am Bahnhof West: Die Deutsche Bahn wird erst im Jahr 2014 mit ihrem Teil des Um- und Ausbaus am Bahnhof Zweckel beginnen. Das berichtete ein Mitarbeiter des Unternehmens am Donnerstag im Stadtplanungs- und -bauausschuss.

Als Grund für die erneute Verzögerung nannte er die Pläne der Deutschen Bahn, die Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem Münsterland zu verbessern – keine neuen Überlegungen, die aber mit dem Umbau der Station Dorsten, die kurzfristig realisiert werden solle, im letzten halben Jahr an Dynamik gewonnen habe. Für den Bahnhof Zweckel bedeutet das: Wenn künftig längere Züge eingesetzt werden, sind die Bahnsteige zu kurz.

Neue Planungen

130 Meter lang sind sie jetzt. Daran sollte sich nach den bisherigen Plänen auch beim Umbau nichts ändern. Zur Umsetzung des neuen Verkehrskonzepts für das nördliche Ruhrgebiet braucht die DB für die dann längeren Züge 170 Meter lange Bahnsteige. Das bringt auch die städtischen Planungen durcheinander: Jetzt endet der Bahnhofsbereich an der Brücke Beethovenstraße, künftig reicht er darüber hinaus. Die Brücke muss deshalb breiter werden. Das alles erfordert neue Planungen samt zeitaufwendigem Planfeststellungsverfahren.

Der neue Zeitplan: Die Stadt erneuert die Brücke im nächsten Jahr, die Deutsche Bahn will mit ihrem Part des Bahnhofsumbaus Anfang 2014 beginnen und Ende 2014 fertig sein.

Heftige Kritik lösten die Neuigkeiten im Ausschuss quer durch alle Fraktionen aus. „Unerträglich“ nannte György Angel (SPD) die erneute Verzögerung. „Hoffentlich schlägt sich die lange Planungszeit dann zumindest im Ausbaustandard wieder.“ Beim Bahnhof West habe die Stadt seinerzeit Abstriche gemacht, die DB im Gegenzug feste Zusagen für die Bahnhöfe Ost und Zweckel, rief Bernd Lehmann (Grüne) in Erinnerung. Es sei bedauerlich, dass die Stadt jetzt schon seit Jahren den immer neuen Verzögerungen hilflos zusehen müsse.

Fertigstellung im Jahr 2014: So recht traut nach den immer neuen Verzögerungen auch diesem Zeitplan niemand. Kurzfassung aller Redebeiträge aus den Fraktionen: „Die Worte hör’ ich wohl. . .“

 
 

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