B 224 - Brummiverkehr in Gladbeck um 20 Prozent gestiegen

Der Lkw-Verkehr auf der B 224 hat nach Ansicht des Bürgerforums Gladbeck um 20 Prozent zugenommen.
Der Lkw-Verkehr auf der B 224 hat nach Ansicht des Bürgerforums Gladbeck um 20 Prozent zugenommen.
Foto: Heinrich Jung
Die Mitglieder vom Bürgerforum Gladbeck wollten es genau wissen, um ihre Kritik am Autobahnausbau besser untermauern zu können. Sie zählten eine Woche die Lkw auf der B 224. Ihr Fazit - vor allem der Transit-Schwerlastverkehr nutzt die Bundesstraße auf Gladbecker Gebiet als Schleichweg.

Gladbeck. Mit Fakten, so hatte das Bürgerforum Gladbeck versprochen, wolle man die Kritik an einem Ausbau der B224 zur Autobahn belegen. Jetzt wurden Zahlen vorgelegt, „die zeigen, dass der Schwerlastverkehr durch Gladbeck in der letzten Zeit hier um zehn bis 20 Prozent zugenommen hat“, sagt Vorsitzender Matthias Raith.

Aktive des Forums hatten sich im März eine Woche lang an der Bundesstraße positioniert und die vorbei brausenden Lastwagen in beide Richtungen gezählt. Demnach ergebe sich pro Werktag (7-19 Uhr) ein Verkehrsaufkommen von 3 600 Lkw über 7,5 Tonnen. Eine Zählung des Landesbetriebes Straßen.NRW habe vor einigen Jahren rund 3000 Lkw/Werktag ergeben.

Die Untersuchung belege auch „dass Gladbeck als Transit, sozusagen als Schleichweg für den Fernverkehr genutzt wird“, meint Matthias Raith. Denn die Zähler des Bürgerforums hätten sich auch die Kennzeichen der Brummis notiert. Die Auswertung (siehe Grafik) ergab, dass nur 23,2 Prozent der erfassten Lastkraftwagen ihren Firmensitz in Städten und Kreisen, haben, die weniger als 30 km von der Gladbecker Stadtgrenze entfernt liegen. Der Großteil, 76,3 Prozent, sind fernreisende Brummifahrer, denn 53,8 Prozent der weiteren Lkw waren weit weg von Gladbeck, in anderen Bundesländern oder zumindest außerhalb des Ruhrgebiets registriert und 22,5 Prozent aller gezählten Fahrzeuge kamen aus dem Ausland.

B 224 wird als Abkürzung genutzt

Die Zählungen an den Abfahrten der A 2 und der A 43 hätten gezeigt, „dass diese Fahrzeuge die B 224 durch Gladbeck als Abkürzung nutzen“, so Matthias Raith. „Denn rund 20 Prozent aller LKW, die auf der A 2 nach Osten von Oberhausen in Richtung Hannover unterwegs waren, bogen an der Ausfahrt Gladbeck in die Stadt ab. Am Autobahnkreuz Marl-Nord verabschiedeten sich sogar mehr als 60 Prozent der Laster von der A 43 und nahmen über den A 52-Torso Kurs durch die Innenstadt.“ Zusammengenommen ergebe die Zahl der Abbieger in Haltern und hinter der A 2 Anschlussstelle Gladbeck-Ellinghorst mehr als 90 Prozent der in Gladbeck gezählten Fahrzeuge.

„Unsere Aktion hat gezeigt, dass die meisten Lkw, die sich auf der B 224 bewegen, nicht in die Region wollen und in Gladbeck nichts zu suchen haben“, erklärt Matthias Raith. Nach einem Ausbau der A 2 müsse mit 11 700 Lkw täglich gerechnet werden. Der Transit-Schwerverkehr durch die Stadt gefährde auf dem 4,5 km-Abschnitt mit seinen Emissionen an Lärm, Abgasen und Feinstaub die Gesundheit der Gladbecker erheblich. Raith: „Die Verantwortlichen sollten jetzt endlich konkrete Schritte unternehmen, die diese Gefahr beenden“.

 
 

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