Awo-Mitarbeiter sollen streiken

Warnstreiks für tausend 1000 Awo-Mitarbeiter gab’s bereits im November 2010.
Warnstreiks für tausend 1000 Awo-Mitarbeiter gab’s bereits im November 2010.
Foto: WAZ FotoPool
Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für Dienstag, 16. Oktober, 1200 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen: „Das Maß ist einfach voll!“

Unsichere Arbeitsverhältnisse, unnötige Befristungen und erzwungene Teilzeitarbeit bei der Awo passen nicht zu einem Wohlfahrtsverband. Verdi-Gewerkschafterin Vera Foullong-Marquardt weiß gar nicht, wo anfangen mit den Dingen, die sich zwingend ändern müssten. Deshalb hat Verdi nun zum Streik aufgerufen. „Das Maß ist einfach voll!“

Am Dienstag, 16. Oktober, wird Recklinghausen zu einem Schauplatz des landesweiten Streiks, zu dem Verdi die Awo-Mitarbeiter auffordert. „Betroffen“, so Foullong-Marquardt – sie ist bei Verdi verantwortlich für Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen – „sind alle Awo-Einrichtungen im Unterbezirk Recklinghausen: Senioren- und Familienzentren, Wohnstätten, Kindergärten – alles.“ Rund 1200 Awo-Mitarbeiter sind zum Warnstreik aufgerufen.

Notdienste organsisiert

Wobei, so die Gewerkschafterin, man sich der „besonderen Verantwortung“ bewusst sei. „Selbstverständlich haben wir Notdienste organisiert, denn von unserem Streik sind ja Menschen betroffen.“ So sei sichergestellt, dass in den Seniorenzentren die Bewohner nicht ihrem Schicksal überlassen blieben. „Wie berechtigt unsere Forderung nach einer vernünftigen Personalausstattung ist, zeigte die letzten Tarifauseinandersetzung: In manchen Einrichtungen konnten nicht einmal die Kollegen streiken, die das für sich beschlossen hatten. Da wäre nicht einmal mehr der Notdienst zu erhalten gewesen.“

Beschlossen wurde der landesweite Streik durch die Tarifkommission, nachdem nun auch die zweite Verhandlungsrunde am 1. Oktober aus Sicht der Gewerkschaft mit einem völlig unzureichenden Angebot der Arbeiterwohlfahrt endete. Verdi kritisiert, dass der Lohnabstand zum öffentlichen Dienst weiter wachse. So gab es kein Angebot zu den geforderten freien Tagen für Verdi-Mitglieder.

Foullong-Marquardt: „Das Arbeitgeberangebot beinhaltet lediglich die Erhöhung der Entgelte ab 1. Oktober um zwei Prozent, plus Einmalzahlung von 120 Euro. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten bietet die Awo ab dem 1. Juli 2013 weitere 1,5 Prozent und ab dem 1. Januar 2014 noch einmal 1,5 Prozent.“ Ähnlich unzureichend sei das Angebot zur Ausbildungsvergütung. Für die Arbeiterwohlfahrt ist dagegen mit dem vorliegenden Angebot das Maximum erreicht. Als armer Träger könne man sich Bedingungen wie im öffentlichen Dienst schlicht nicht leisten.

Um den Druck auf die Awo zu erhöhen, hat die Tarifkommission den ganztägigen Warnstreik für Dienstag beschlossen. Die Kundgebung am Recklinghäuser Rathaus beginnt um 11 Uhr.

 
 

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