Ausbaukompromiss A 52 - Grüne gegen Gladbecker Grüne

Das neue Hinweisplakat an der B 224 in Gladbeck. Foto: Heinrich Jung
Das neue Hinweisplakat an der B 224 in Gladbeck. Foto: Heinrich Jung
Foto: WAZFotoPool
In einem offenen Brief fordern die Bottroper und Essener Grünen ihre Gladbecker Parteikollegen auf, sich gegen den Ausbaukompromiss für die A 52 auszusprechen. Ein Grund: "Das kleine Stück A-52-Tunnel in Gladbeck wird erkauft zu Lasten der Städte Essen und Bottrop." Der Stadtverband der Gladbecker Grünen reagierte auf den offenen Brief.

Gladbeck.. Die Gladbecker Grünen haben ihre Zustimmung zum Kompromissvorschlag für den A-52-Ausbau bereits kurz vor Weihnachten in der öffentlichen Informationsveranstaltung signalisiert. In einem offenen Brief fordern die Bottroper und Essener Grünen ihre Gladbecker Parteikollegen nun auf, sich gegen diese Ausbaupläne für die A 52 zu positionieren. Wörtlich heißt es dort: „Wir fordern euch Grüne in Gladbeck auf, euch gegen dieses „Paket“ auszusprechen. Das beinhaltet selbstverständlich auch, dass Ihr im Rahmen des angestrebten Ratsbürgerentscheids der Stadt um Stimmen gegen den Kompromiss werben solltet.“

Als Gründe für die geforderte Ablehnung der Pläne führen die benachbarten Grünen u.a. an: „Das kleine Stück A-52-Tunnel in Gladbeck wird erkauft zu Lasten der Städte Essen und Bottrop, die durch die A 52 mit deutlich mehr Durchgangsverkehr, mehr Schadstoffen und Lärm sowie einer massiven Beeinträchtigung von Mensch, Tier und Umwelt belastet werden sollen.“ Ebenso entspreche die Paketlösung nicht den Anforderungen, die der Gladbecker Rat mit den Stimmen der Grünen beschlossen habe. Vor allem das A-2-Kreuz mit dem Überflieger bedeute eine Landschaftsverschandelung im Bereich des Freizeitparks Wittringen.

Befürchtet wird auch, dass der auf Bottroper Gebiet geplante Zubringer zum Gewerbegebiet Brauck eine ökologische Belastung auch für Bottrop bedeuten würde. „Das Ruhrgebiet braucht den Rhein-Ruhr-Express und verstärkte Investitionen in den Nah- und Regionalverkehr. Die Festlegung von über 230 Mio Euro für den Neubau einer Transitautobahn ist ein grundverkehrtes Signal für die Mobilitätsanforderungen der Zukunft und eine von den Grünen angestrebte ökologischere Verkehrspolitik in der Region.“

"Die regionale Abstimmung mit unseren Parteifreunden war und ist uns ein wichtiges Anliegen"

Der Brief sei als ein Appell an die Gladbecker Grünen zu verstehen, die Region im Gesamtblick zu betrachten, und nicht den solitären Tunnelblick auf Gladbeck zu richten, erläutert der Bottroper Fraktionssprecher der Grünen, Ulrich Schnirch, auf WAZ-Anfrage. Er fordert die Einbindung in die Diskussion für Gladbeck ein. „Das wäre ein guter Umgang miteinander.“

Der Stadtverband der Gladbecker Grünen reagierte auf den offenen Brief. Bernd Lehmann teilt mit: „Die regionale Abstimmung mit unseren Bottroper, Gelsenkirchener und Essener Parteifreunden war und ist uns ein wichtiges Anliegen. Schon 2003 haben wir eine gemeinsame Resolution verabschiedet, die eine grüne, regionale Forderung an den Ausbau formuliert. Wie unsere Parteifreunde aus Essen und Bottrop richtig feststellen, werden durch den vorliegenden Ausbauvorschlag nicht alle Forderungen des Rates erfüllt. Wir Grüne sind uns mit den anderen Fraktionen aber einig, dass der Ausbauvorschlag eine einmalige Chance bietet, die Trennung der Stadt aufzuheben und die betroffenen Anlieger an der B224 von Lärm und Abgasen zu entlasten. Selbstverständlich sprechen wir uns nicht für den Bau einer Transitautobahn aus. Dass es engagierter Mobilitätskonzepte bedarf, ist für uns selbstverständlich.“

Ähnlich hatte sich Fraktionssprecher Mario Herrmann bereits am 19. Dezember geäußert. „Wir haben immer gesagt: Wenn ein Mehrwert für die Stadt, die Anwohner und die Stadtentwicklung erkennbar ist, stimmen wir einer Aufstufung der B 224 zur Autobahn zu. Für uns Grüne ist aber wichtig, die ganze Stadtbevölkerung mitzunehmen.“

 
 

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