Aus für evangelische Uhlandschule - historischer Einschnitt

Mit der Uhlandschule in Butendorf verschwindet im Sommer 2015 die letzte evangelische Grundschule in Gladbeck.
Mit der Uhlandschule in Butendorf verschwindet im Sommer 2015 die letzte evangelische Grundschule in Gladbeck.
Foto: WAZ FotoPool
Das Land NRW erleichtert die Umwandlung von Konfessions- in Gemeinschaftsschulen. Ein Prozess, der in Gladbeck bereits auf vollen Touren läuft.

Gladbeck..  Konfessionsschulen sollen künftig leichter in Gemeinschaftsgrundschulen umgewandelt werden können. Das Land NRW erleichtert die gesetzlichen Voraussetzungen dazu. In Gladbeck ist das Thema längst angekommen - im nächsten Sommer zum Beispiel geht in Butendorf die neue Gemeinschaftsgrundschule an den Start.

Noch wird ein Name für diese neue Schule gesucht, die aus der Vinzenzschule (katholisch) und der Uhlandschule (evangelisch) entsteht. Bemerkenswert: Mit der Uhlandschule verschwindet zum Schuljahrsstart 2015/16 die letzte evangelische Grundschule aus Gladbeck. Ein historischer Einschnitt in der Schullandschaft.

Der Trend hin zu Gemeinschaftsschulen ist auch an anderen Schulstandorten im Stadtgebiet absehbar oder schon eingetreten, wenn man zum Beispiel an die erfolgte Zusammenlegung von Aloysiusschule (katholisch) und Lutherschule (evangelisch) in Stadtmitte an der Bottroper Straße denkt. Auch hier verschwanden zwei Traditionsstandorte und fusionierten zur neuen Wittringer Schule.

„Wir tragen mit solchen Zusammenlegungen auch der veränderten Struktur der Schülerschaft Rechnung“, sagt Bettina Weist, Leiterin des Amtes für Bildung und Erziehung. Denn der Anteil der katholischen und evangelischen Schüler (29,8 bzw. 18,7 Prozent in 2012/13) geht auch in Gladbeck kontinuierlich zurück; dafür gibt es immer mehr konfessionslose Schüler (11,1 Prozent) und immer mehr Schüler islamischen Glaubens (35,3 Prozent).

Bettina Weist weist vor diesem Hintergrund eindringlich darauf hin, dass auch an Gemeinschaftsschulen ein klares Werte-Fundament gelte. „Christliche Bildungs- und Kulturwerte“ sind laut NRW-Schulgesetz die Grundlage der pädagogischen Arbeit einer Gemeinschaftsgrundschule, die zugleich in Offenheit für christliche und andere religiöse Überzeugungen erzieht und unterrichtet. Weist: „Auch an den Gemeinschaftsgrundschulen gilt das Fach Religion als ordentliches Lehrfach.“

Dass künftig Bekenntnisschulen schon bei einem Elternvotum von mehr als 50 Prozent in Gemeinschaftsgrundschulen umgewandelt werden können (nicht mehr Zwei-Drittel-Mehrheit), begrüßt die Amtsleiterin. Letztlich gehe es darum, bei kontinuierlich zurückgehenden Schülerzahlen zukunftsfähige Standorte zu schaffen - ein Prozess, der auf ein kritisches Echo stoßen kann: Auch mit Blick auf die Elternproteste wurde zum Beispiel die Zusammenlegung von Antoniusschule (katholisch) und Schule am Rosenhügel auf das Schuljahr 2016/17 verschoben.

 

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