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Anmeldezahlen – Andrang zu Realschulen hält in Gladbeck an

Anmeldezahlen – Andrang zu Realschulen hält in Gladbeck an

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Foto: WAZ FotoPool
Die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2016/17 liegen vor. Erstmals finden nicht alle Gladbecker Kinder einen Platz an einer Realschule.

Gladbeck. 

Der Anmeldemarathon an den weiterführenden Schulen ist beendet, und die Sieger sind: wieder die Realschulen.

750 Mädchen und Jungen sind an den acht Gladbecker Schulen angemeldet worden, 378 von ihnen wählten diese Schulform. 230 Eltern und Kinder entschieden sich für das Gymnasium, 95 für die Gesamtschule und 47 für die Hauptschule.

Der ungebrochene Run auf die Realschulen hat das jährlich wiederkehrende Problem zur Folge: Nicht alle Kinder können aufgenommen werden, geschweige denn kann jedes Kind auf die gewünschte Schule, denn: 194 Anmeldungen gibt es an der Erich-Kästner-Realschule in Brauck, 126 an der Anne-Frank-Realschule an der Kortestraße in der Innenstadt und 58 an der gegenüberliegenden Werner-von-Siemens-Realschule.

„Auch wenn wir die Schüler auf die drei Schulen verteilen, reichen die Plätze nicht aus“, erklärt Stefan Sabbadin, der zuständige Abteilungsleiter im Amt für Bildung und Erziehung. Die drei Realschulen könnten zusammen maximal 280 Mädchen und Jungen aufnehmen.

Absagen bekommen in erster Linie auswärtige Kinder. Wie in den Vorjahren gibt es an der Erich-Kästner-Realschule etliche Anmeldungen aus Horst und auch aus Essen. 93 Kinder können maximal aufgenommen werden, mehr als drei parallele Eingangsklassen sind aus räumlichen Gründen nicht möglich. Durch Umverteilungen werden an der Anne-Frank-Realschule vier Züge, an der Siemens-Realschule drei Züge gebildet. Zehn Züge insgesamt – mehr geht nicht. Gebraucht würden 13,5.

Erstmals finden auch nicht alle Gladbecker Kinder einen Platz an einer Realschule. Für sie werde es bei den jetzt folgenden Elterngesprächen sicher eine zufriedenstellende Lösung an einer anderen Schulform geben, ist Sabbadin zuversichtlich. Zudem könne es wegen möglicher Doppelanmeldungen noch Verschiebungen geben.

Solche Probleme gibt es an den Gymnasien nicht – wohl aber eine Überraschung: Während am Heisenberg- und am Riesener-Gymnasium die Anmeldezahlen mit 90 bzw. 84 Kindern gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant blieben, sackten sie am Ratsgymnasium von 102 auf 56 ab. Eine Erklärung dafür hat der Fachmann aus dem Rathaus nicht, verweist aber auf eine „Tradition“ in Gladbeck: „Man kann nie sicher sein, welches der drei Gymnasien die Nase vorn hat. Im vergangenen Jahr gab es die meisten Anmeldungen am Ratsgymnasium.“

Deutlicher Anmelderückgang an der Gesamtschule

Auffallend ist auch der deutliche Rückgang an der Ingeborg-Drewitz-Gesamt-Schule. 135 Anmeldungen gab es dort im vergangenen Jahr noch, nur 95 Eltern meldeten ihre Kinder für das kommende Schuljahr an. „An den Angeboten oder der Arbeit an dieser Schule kann der Rückgang nicht liegen“, ist Sabbadin überzeugt. Er vermutet vielmehr, dass die überschaubare Sekundarschule in Kirchhellen dem „Großbetrieb“ Gesamtschule Konkurrenz macht.

Da aber in Kirchhellen nur 75 neue Kinder Platz finden „und auch dort sicher in erster Linie die einheimischen unterkommen, werden die Zahlen an der IDG noch steigen, so dass dort sicher wieder vier Züge gebildet werden können“. In ihren Glanzzeiten musste die Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule, obwohl sie über Jahre sieben Eingangsklassen bildete, regelmäßig Schüler abweisen.

Die einzig verbliebene Hauptschule, die Erich-Fried-Schule in Brauck, behauptet sich. Die Anmeldezahl stieg sogar von 39 im vergangenen Jahr auf jetzt 47. Insgesamt wechseln im Sommer 608 Mädchen und Jungen von einer Gladbecker Grundschule auf eine weiterführende Schule (2015 waren es 701).