Abholzungen vor der A2-Lärmschutzwand irritieren Anwohner

Ein ziemlicher Kahlschlag vor der Lärmschutzwand.
Ein ziemlicher Kahlschlag vor der Lärmschutzwand.
Foto: Joachim Kleine-Büning
  • Straßen.NRW räumt seit Mitte Oktober an den Rändern von Autobahnen und Straßen auf
  • Bewohner an der Eichendorffstraße empfinden Rodungen als Kahlschlag
  • Durch die grüne Bepflanzung war die Betonwand kaum noch sichtbar gewesen

Gladbeck..  Wenn der Landesbetrieb Straßen.NRW Bäume und Sträucher nahe der A 2 gegenüber von Wittringen fällen lässt, werden Anwohner an der Eichendorffstraße argwöhnisch. „Könnte das schon etwas mit den Ausbauplänen für das A2/A52 Kreuz zu tun haben?“ lauten Mutmaßungen. Wenn dann noch ein Baggerfahrer, dazu befragt, antwortet, „das hat mit der Autobahn zu tun“, ist das Misstrauen umso größer.

Doch es kann Entwarnung gegeben werden. Die Fällaktionen und die Entfernung von Sträuchern entlang der A2-Schallschutzwand zählen zu den üblichen Gehölzarbeiten im Herbst. „Vielleicht sind sie etwas gründlicher als sonst, weil in den vergangenen Jahren etwas weniger gemacht wurde“, sagt Anja Siegel, Medienbeauftragte der zuständigen Niederlassung von Straßen.NRW in Hamm.

Begrünung war ein zusätzlicher Schutz gegen den Lärm

Bärbel Blaton, deren Haus an der Eichendorffstraße nur wenige Meter von der Lärmschutzwand entfernt steht, empfindet das auf jeden Fall so. Statt wie bisher auf grünes Blattwerk zu blicken, hindert jetzt kein Strauch und kein Baum mehr die freie Sicht auf die bräunlich-graue, meterhohe Betonwand. „Schade“ findet sie das. Die Begrünung sei neben der schönen Aussicht auch ein zusätzlicher Schutz gegen den Autobahnlärm gewesen. In den 19 Jahren seit die Familie dort wohnt, habe es so einen Kahlschlag noch nicht gegeben. Auffällig: Einige Meter weiter, vor dem Parkour-Sportplatz, wurde eindeutig weniger abgeholzt.

Deshalb drängt sich Bärbel Blaton der Verdacht auf: Im Planfeststellungsverfahren für den Ausbau des A2/A52-Kreuzes hat auch sie Einwendungen dagegen gemacht. Ob deshalb gerade vor ihrem Haus die Säge besonders intensiv zum Einsatz kam?

Sicherheit im Umfeld von Straßén hat hohe Priorität

„Natürlich nicht“, betont Anja Siegel von Straßen.NRW. Der Bereich vor einer Lärmschutzwand müsse aus Sicherheitsgründen frei zugänglich sein, damit bei einem Unfall auf der Autobahn Zugang durch die Türen in der Betonmauer auf das Gebiet hinter der Wand besteht. Die Sicherheit im Umfeld von Straßen habe hohe Priorität.

Eine Vorab-Information über die Abholzmaßnahmen hätte sich Bärbel Blaton allerdings gewünscht. Vielleicht hätte das die Irritationen gar nicht erst entstehen lassen.

Gehölzpflege kann wie Kahlschlag aussehen

Mitte Oktober hat der Landesbetrieb Straßen.NRW mit der alljährlichen Gehölzpflege entlang von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen begonnen. An der Eichendorffstraße sind die Arbeiten seit Donnerstag vergangener Woche im Gange.

Der Begriff „Gehölzpflege“ meine allerdings nicht nur das Zurückschneiden von Sträuchern oder Entfernung von Bäumen im hinteren Randbereich, erklärt Pressesprecher Stephan Lamprecht. Instabile Altbestände und Gehölze, die lediglich in einem Abstand von drei bis fünf Metern zum Fahrbahnrand stehen, würden in der Regel wenige Zentimeter über dem Boden gekappt. „Der Fachmann spricht dabei von ,auf den Stock setzen’.“ Das sehe zunächst nicht gepflegt, sondern eher wüst aus und werde von vielen Bürgern als „Kahlschlag“ wahrgenommen. Diese Methode helfe der Natur jedoch, sich zu verjüngen und neu aufzustellen. Das Bild stelle sich anders dar, wenn die Pflanzen wieder neue Triebe bilden.

Bei allen Pflegemaßnahmen stehe die Verkehrssicherheit, hier insbesondere die Sicherheit von Fußgängern, Auto- und Radfahrern an erster Stelle.

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