A52-Ausbau: „Gute Chance für Klage“

So viele Zuhörer wie nie konnte das Bürgerforum zur Krisensitzung zum geplanten Ausbau der A 52 begrüßen
So viele Zuhörer wie nie konnte das Bürgerforum zur Krisensitzung zum geplanten Ausbau der A 52 begrüßen
Foto: WAZ FotoPool
Bürgerforum Gladbeck hatte zum Infoabend geladen. Die Stadt müsse sich geschlossen gegen die Pläne aus dem Bauministerium wehren. Die Autobahngegner sehen einen erheblichen Eingriff in die Gesundheit der Anwohner. Dies sei ein „1 A Sachargument“ für ein Rechtsverfahren

Gladbeck..  Der Antrag zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens zum Ausbau der A 52 „kommt für uns keineswegs überraschend. Nur wie er gekommen ist, das ist eine ziemliche Ferkelei“, wetterte Matthias Raith beim Infoabend des Bürgerforums Gladbeck. Knapp 60 Zuhörer waren ins Gasthaus Alte Post gekommen, um die Standpunkte der Autobahngegner, die aus der Bürgerinitiative der A 52-Widersacher hervorgingen, zu hören.

Damit verwies Raith auf den WAZ-Bericht, wonach Bürgermeister Roland zunächst nur indirekt, über formelle Hinweise auf Sachbearbeiterebene, von der Aktivierung der alten Ausbaupläne für das Autobahnkreuzes A 52/A 42/ A 2 auf Gladbecker Boden Kenntnis erhalten hatte.

Glaubwürdigkeit verspielt

Diese Heimlichtuerei seitens des Verkehrsministeriums habe erhebliche negative Wirkung. Die vorherigen öffentlichen Aussagen seitens des Bauministeriums, dass die Ausbaupläne bei einem „Nein“ der Gladbecker Bürger nicht weiter verfolgt würden, nun zu ignorieren, „damit hat Minister Groschek das Vertrauen und seine Glaubwürdigkeit verspielt“. Der nun deutliche Ärger der Stadtgesellschaft, der auch schriftliche Protest und Widerstand von Bürgermeister Ulrich Roland spiele den Interessen des Bürgerforums einerseits in die Karten, so Raith. Er erschwere aber auch außerordentlich, dass ein Konsens in der Sache, etwa bei einem Mediationsverfahren zwischen Bürgern und Bauministerium, gefunden werde könne.

Prompt wurden auch Stimmen in der Zuhörerschaar laut, man müsse jetzt den Unmut der Gladbecker öffentlich verdeutlichen, „wir müssen auf der Straße und vor dem Rathaus demonstrieren, um der Politik und der Presse zu zeigen, was die Bürger von den Ausbauplänen halten“. Wogen des Unmuts, die der Bürgerforum-Vorstand zu glätten versuchte. Es sei im Verfahren noch zu früh für Aktionen und könne die Bewegung schwächen. „Wir sind im Bürgerforum, obwohl wir seit Jahren zur A 52 Öffentlichkeitsarbeit leisten, nur 30 Mitglieder.“ Somit keine Masse, die zum Beispiel auf einem Pressefoto breiten Widerstand dokumentieren würde, der beim Verkehrsministerium ankomme.

Nachdem sich im Plenum weitere Stimmen breit machten, wobei Fraktionen und Lokalpolitiker angegriffen wurden, die im Stadtparlament in der Vergangenheit den Autobahnausbau befürwortet hatten, mahnte Raith erneut zur Mäßigung. Dass sich einzelne Lager in der Stadt wieder gegeneinander positionierten, sei der falsche Weg. Vielmehr müsse es Ziel sein, in der Sache geschlossen aufzutreten: „Gladbeck sollte das gallische Dorf sein, das mit einer Stimme für seine Interessen kämpft.“

1 A Sachargumente für Klage

Zugleich machte das Bürgerforum seinen Zuhörern Mut, dass man in der Auseinandersetzung gute Erfolgs-Chance sehe. Soweit man wisse, sei das, was jetzt bei der Bezirksregierung eingereicht wurde, „ziemlich schwach“. Man habe „1A Sachargumente“ für eine Klageschrift. Deutlich wurde weiter, dass sich die Argumentation wohl auf Gesundheitsaspekte stützen wird. „Der Autobahnhausbau mit einer Zunahme der Emissionen und weiteren Beeinträchtigungen bedeutet einen erheblichen Eingriff in die Gesundheit der Gladbecker Bürger.“ Die Autobahn A 52 sei bei Nutzung anderer Verkehrskonzepte zudem „unnötig und insgesamt nicht verhältnismäßig“. Raith drohte unverhohlen in Richtung Verkehrsministerium: „Wer uns nicht ernst nimmt, dem wird das bitter aufstoßen!“

 
 

EURE FAVORITEN