A 52-Woche mit wegweisendem Rats-Votum in Gladbeck erwartet

Der A 52-Tunnelausgang im östlichen Gladbecker Stadtgebiet in der Nähe von Landstraße bzw. Grabenstraße, so wie er im Modell vom März 2012 dargestellt wurde.
Der A 52-Tunnelausgang im östlichen Gladbecker Stadtgebiet in der Nähe von Landstraße bzw. Grabenstraße, so wie er im Modell vom März 2012 dargestellt wurde.
Foto: WAZ FotoPool
Wird der 26. November 2015 zu einem wirklich entscheidenden Datum der A 52-Debatte? Viele Beobachter rechnen damit.

Gladbeck..  Gladbeck geht mit dem Montag (23. November) in eine entscheidende Woche der A 52-Weichenstellungen.

Im Verlaufe des Novembers haben sich die Fronten in der A 52-Diskussion nochmals deutlich verhärtet. Das Bürgerforum etwa hat schärfste Angriffe gegen die Stadtspitze und alle Autobahnbefürworter gestartet.Die Grüne Jugend sprach mit Blick auf die A 52-Befürworter unter den Politikern sogar von „Verrätern“.

Bürgermeister Ulrich Roland, SPD, Grüne Mutterpartei, CDU, FDP und auch die IHK und der DGB unterstreichen dagegen, dass der vorgelegte Ausbauvorschlag (kein Unterflieger am künftigen Autobahnkreuz A 2/A 52; kein verlängerter Tunnel, dafür ein verbesserter Lärm- und Sichtschutz) das Beste sei, was Gladbeck unter den gegenwärtigen Bedingungen erreichen könne, zumal NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) entschlossen sei, die A 52 zwischen der A 42 (Essen-Nord) und der A 2 auf jeden Fall zu bauen.

Kruse geht davon aus, dass es „niemals“ zum A 52-Bau von A 42 bis A 2 kommt

Dieser Perspektive widersprechen A 52-Kritiker wie der Gladbecker Franz Kruse, der davon ausgeht, dass es wegen der Vielzahl der Widersprüche zu den laufenden Planfeststellungsverfahren „niemals“ zu einem Bau der A 52 zwischen A 42 und A 2 kommen werde.

Die Tickets für die Rats-Sitzung am Donnerstag waren in der Vorwoche in kürzester Zeit vergriffen; auch das zeigt, wie groß das Interesse am kommenden Ratsvotum ist. Die Grüne Jugend um Nico Salfeld hat bereits eine Demonstration vor dem Rathaus angekündigt, zu der man sich um 15.30 Uhr treffen will, um ein Zeichen gegen den Ausbau zu setzen.

Die Linke fordert ein neues Bürgervotum zur A 52-Zukunft

Die Fraktionen der Partei Die Linke im Stadtrat und in der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR) fordern unterdessen unisono ein neues Bürgervotum zur A 52 und erinnern daran, dass fast genau der gleiche Ausbauvorschlag im März 2012 von einer deutlichen Mehrheit der Gladbecker Bürger im Ratsbürgerentscheid abgelehnt worden sei. Ganz ähnlich argumentiert auch die Initiative „Stoppt A 52“. die sogar eine kurzfristige Verlegung der Ratssitzung in die Stadthalle gefordert hat, um eine größtmögliche Öffentlichkeit zu gewährleisten.

Dieser 26. November 2015 wird also ein spannender und möglicherweise sogar wirklich entscheidender Tag im Zuge der jahrzehntelangen A 52-Debatte. Doch dass die Debatte mit diesem Tag zu Ende ist, daran glaubt keiner.

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