A 52: „Trostpflaster für Gladbeck“

Kritik ernten die Pläne von Verkehrsminister Groschek, in Gladbeck einen Teil der B 224 zur A 52 umzubauen.
Kritik ernten die Pläne von Verkehrsminister Groschek, in Gladbeck einen Teil der B 224 zur A 52 umzubauen.
Foto: WAZ FotoPool
Stellungnahmen aus der Gladbecker Politik zum 34-Punkte-Katalog von Verkehrsminister Groschek. Für die CDU-Fraktion ist das Maßnahmenbündel nicht ausreichend. Viel Kritik.

Gladbeck.. Das 34 Punkte umfassende A-52-Gesamtpaket von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek hat zu weiteren Reaktionen geführt.

CDU: Gladbeck hat sich verzockt

Das Ergebnis der Analyse sei brutal einfach, heißt es in einer Stellungnahme der CDU: „Gladbeck hat sich verzockt mit dem Ergebnis, dass das vorgelegte Maßnahmepaket zu Lasten der Gladbecker geht.“ Wie erwartet, komme das Autobahnkreuz bzw. -dreieck, auch ohne Zustimmung. „Da kann der Bürgermeister noch so viele Studien bestellen, da kann er noch so oft kundtun, dass mit der Ablehnung des Tunnels gleichzeitig ein Bau des Autobahnkreuzes unterbleibt.“ Die Chancen für eine städtebauliche Lösung ersten Grades – sprich Tunnel – seien vergeben. „Die Kröte ist da und die Schluckbeschwerden größer denn je.“

Das sogenannte Trostpflaster, sprich die Verlegung des Haltepunktes Bahnhof Ost und der Ausbau des Busbahnhofes sähen nur auf dem Papier gut aus. Der Vorteil liege einzig beim städtebaulichen Aspekt. Verkehrstechnisch sei diese Lösung nahezu wertlos. Für Gladbeck bedeutet dies, ein Trostpflaster, das nicht klebt. Gladbeck werde nun in der Region und im Land mitleidig belächelt, heißt es weiter. Für die CDU-Fraktion sei das Paket nicht akzeptabel.

IG „Stoppt A 52“ sehr kritisch

Für die Interessengemeinschaft „Stoppt A 52“ geht der Kampf gegen die Autobahn A 52 weiter. Die Aktiven lehnen das Groschek-Paket ab. Eine Chance werde vertan, weil Groschek die Maßnahmen nur als Gesamtpaket umsetzen will. Die Entstehung eines nachhaltigen Verkehrswertes des verbliebenen Teilstücks zwischen den A 42 und A 2 werde sogar von der IHK bezweifelt, heißt es. Einen verbesserten Lärmschutz als Argument für einen Autobahnbau anzuführen, komme einer Verdummung der Bürger gleich. „Ein Autobahnbau kann kein Mittel zu lärmreduzierenden Maßnahmen sein.“ . Das Geld für diesen Autobahn-Rest sollte besser in eine Taktverdichtung zwischen Gladbeck und Essen investiert werden.

Bauindustrie: A 52 ganz bauen

Als „Tropfen auf den heißen Stein“ bezeichnet der Bauindustrieverband NRW das Groschek-Paket und fordert die vollständige Realisierung der A 52 von Buer bis Essen. Für einen entscheidenden Fortschritt der Verkehrsinfrastruktur sei der Ausbau des Teilstücks zwischen A 2 und A 42 nicht ausreichend. Durch die Entscheidung, u.a. das Teilstück der A 52 zwischen Buer und A 2 nicht für den Bundesverkehrswegeplan zu melden, werden diese endgültig verworfen. Bald würden die Flächen umdeklariert, warnt der Verband.

 
 

EURE FAVORITEN