A-52-Kritiker Kruse: Millionen für Oberau fehlen im Budget

Zur A-52-Delegation, die Anfang November nach Berlin reist, sollten auch Autobahngegner gehören, fordert A-52-Kritiker und Die-Linke-Ratsmitglied Franz Kruse.
Zur A-52-Delegation, die Anfang November nach Berlin reist, sollten auch Autobahngegner gehören, fordert A-52-Kritiker und Die-Linke-Ratsmitglied Franz Kruse.
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Die-Linke-Ratsmitglied und A-52-Kritiker Franz Kruse warnt mit Blick auf das A-52-Gespräch Anfang November in Berlin vor zu großen Hoffnungen.

Gladbeck..  Die-Linke-Ratsmitglied und Autobahn-52-Kritiker Franz Kruse warnt davor, zu große Hoffnungen in das Berliner Gespräch am 3. November im Bundesverkehrsministerium zu setzen.

Auch nachdem bekannt geworden sei, dass der Bund im 3000-Einwohner-Ort Oberau (Bayern) 200 Millionen Euro in eine komfortable Ortsumgehung inklusive drei Kilometer langem Tunnel investiere, sei eine allzu große Hoffnung auf eine ähnlich großzügige Lösung für Gladbeck nicht angebracht.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) habe seinen Wahlkreis Oberau offenbar mit 200 Millionen Euro für einen Umgehungstunnel „übermäßig bevorzugt“, formuliert Kruse mit Blick auf die jüngsten WAZ-Berichte dazu. Das wecke jetzt Begehrlichkeiten in Gladbeck, aber sicher auch in vielen anderen Städten quer durch die Bundesrepublik: Dobrindt werde jetzt wohl nicht nur einen Protestbrief des Gladbecker Bürgermeisters bekommen.

„Wegen Oberau bekommen alle anderen eher weniger als mehr Geld“

Doch dass der Bundesverkehrsminister deswegen nun „mit dem Füllhorn durch die Lande“ eile und großzügig Millionen-Finanzmittel für Verkehrsinvestitionen verstreue, sei ausgeschlossen. Im Gegenteil, so Franz Kruse, „die Millionen von Oberau fehlen im Budget, deswegen bekommen alle anderen eher weniger als mehr Geld für ihre Projekte“.

In den 15 Jahren, in denen er sich mit der A 52 beschäftige, so Franz Kruse, habe noch jeder Verantwortliche, mit dem er oder seine Mitstreiter reden konnten, versichert, dass für eine überzeugende Tunnellösung in Gladbeck kein Geld im Budget zur Verfügung stehe, so Kruse. „Und ohne Geld für Gladbeck kein Tunnel in Gladbeck, so einfach ist das.“

Kruse verteidigt den Brief Rolands an Dobrindt: „Das war angebracht“

Wenn die CDU mit ihrem Führungsduo Peter Rademacher und Christian Enxing behaupte, ihr Bundestagsabgeordneter Sven Volmering und der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann könnten das ändern, so sei das „bestenfalls blauäugig“. Wahrscheinlicher sei das jedoch „politisch motivierte Trickserei, Vorwahlkampf sozusagen“. Anders sei auch nicht erklärbar, dass die CDU den jüngsten Brief von Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) kritisiere und meine, die Millionen für Oberau rechtfertigen zu müssen.

Der Brief des Bürgermeisters an Dobrindt sei im Übrigen „sehr angebracht“, unterstreicht Kruse, der auch darauf hinweist, dass er es für sinnvoll halte, die Zusammensetzung der Gladbecker Delegation für Berlin so zu gestalten, dass auch Autobahn-Kritiker vertreten sind. Leider hätten die großen Fraktionen in der jüngsten Ratssitzung die Dringlichkeit eines solchen Antrags nicht anerkennen wollen.

 
 

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