A 52 Hauptthema bei WDR-Stadtgespräch in Gladbeck

WDR-Stadtgespräch im Heisenberg-Gymnasium zum Thema Verkehrsinfarkt im Revier: (v.r.) WDR-Moderator Olaf Biernath, Bürgermeister Ulrich Roland, Professor Michael Schreckenberg, BUND-Verkehrsexperte Dr. Werner Reh, NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, WDR-Moderator Thomas Koch
WDR-Stadtgespräch im Heisenberg-Gymnasium zum Thema Verkehrsinfarkt im Revier: (v.r.) WDR-Moderator Olaf Biernath, Bürgermeister Ulrich Roland, Professor Michael Schreckenberg, BUND-Verkehrsexperte Dr. Werner Reh, NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, WDR-Moderator Thomas Koch
Foto: Funke Foto Services
Beim WDR-Stadtgespräch im Heisenberg-Forum waren die Meinungen zumA-52-Ausbau deutlich geteilt. Einigkeit: Großer Nachholbedarf beim ÖPNV

Gladbeck..  So, wie der Verkehr über die B 224 durch Gladbeck rollt, kann es nicht weitergehen. In diesem Punkt waren alle Diskussionsteilnehmer einig, sowohl auf dem WDR-Podium, als auch im Publikum. „Unzumutbar, eine beampelte Autobahn“, redete NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) wie gewohnt Klartext. Das war an dem Abend zu dem Thema jedoch die einzige Gemeinsamkeit zwischen rund 100 Befürwortern und Kritikern des A-52-Ausbaus auf Gladbecker Stadtgebiet. Beide Seiten waren beim Stadtgespräch „Verkehrsinfarkt – Wann rollt der Verkehr wieder?“, zu dem der WDR ins Heisenberg-Forum geladen hatte, zahlenmäßig so ausgewogen vertreten, dass Moderator Thomas Koch das Stimmungsbild mit „fifty-fifty“ treffend beschrieb.

Während der Minister bekanntermaßen als Lösung der Verkehrsmisere den A-52-Autobahnausbau ab A-2-Kreuz mit 1,5 Kilomenter langem Tunnel plant, und Bürgermeister Ulrich Roland sich von der dazu getroffenen Ratsentscheidung mehr Lebensqualität für alle Gladbecker erhofft, machte Dr. Werner Reh, Verkehrsexperte des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) die Gegenposition deutlich. „Die Autobahnpläne knüpfen an das alte Konzept an, stammen tief aus dem vergangenen Jahrhundert. Statt einer Transitautobahn müsste es einen stadtverträglichen Umbau geben“, forderte er. Und kündigte an, dass der BUND klagen werde, wenn noch mehr Verkehr in das bereits stark durch Lärm und Schadstoffe belastete Gebiet fließen sollte.

Was Groschek jedoch nicht anficht. „Es gibt keinen Spatenstich, der nicht von einer Klage begleitet wird“, gab er sich im WAZ-Gespräch anschließend gelassen. Er sehe sich im Gegenteil „gelobt“ vom BUND, der das 2013 am runden Tisch erarbeitete 34-Maßnahmenpaket zur Verkehrsverbesserung im Revier befürwortet (abgesehen vom A-52-Ausbau). „Alle Maßnahmen sind auf dem Weg, wir halten das Versprechen“, betonte Groschek und nannte explizit die geplante Verlegung des Haltepunkts Gladbeck-Ost mit Verknüpfung des Busbahnhofs. „Das ist eine Finanz-Zusage für den Busbahnhof“, interpretierte SPD-MdL Hübner die Aussage.

Apropos ÖPNV: Das ist die andere große Baustelle im Revier, wurde an dem Abend deutlich.

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