A 52-Frontalkollision – Grüne gegen Grüne geht in neue Runde

Die Zukunft der A 52 entzweit die Grünen – Mutterpartei und Parteinachwuchs befinden sich auf Kollisionskurs.
Die Zukunft der A 52 entzweit die Grünen – Mutterpartei und Parteinachwuchs befinden sich auf Kollisionskurs.
Foto: FUNKE FotoServices
Bei den Grünen in Gladbeck hängt der Haussegen mächtig schief. Die A 52 sorgt für eine tiefe Kluft zwischen Mutterpartei und Parteinachwuchs.

Gladbeck..  Nach der scharfen Kritik der Grünen Jugend am Kurs der Mutterpartei zur A 52 kommt es nun zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen dem Grünen-Fraktionschef Mario Herrmann und Grüne-Jugend-Sprecher Nico Salfeld.

Herrmann wies am Wochenende die Aussagen in der jüngsten Pressemitteilung der Grünen Jugend strikt zurück. „Wir distanzieren uns von Stil und Inhalt dieser Pressemitteilung.Das permanente Beschimpfen der eigenen Mitstreiter und der Kommunalpolitiker anderer Couleur trägt nicht dazu bei, in Gladbeck mehr grüne Politik zu etablieren.“

Die Grüne Jugend hatte mit Blick auf alle A 52-Befürworter von „Verrätern an den Gladbecker Bürgern“ gesprochen, dabei auch nicht mit Kritik an SPD und Stadtspitze gespart („Bürgermeisterkratie“) und ihre Mitteilung mit weiteren deftigen Worten gewürzt.

Für den Tag der Ratssitzung am 26. November plant die Grüne Jugend nun eine Demo vor dem Rathaus.

„Unkenntnis der bisherigen politischen Entscheidungen“

Wenn die Grüne Jugend die Ratsmitglieder der eigenen Mutterpartei als ,Verräter‘ bezeichne, zeuge dies „von Unkenntnis der bisherigen politischen Entscheidungen der Grünen“. Außerdem sei dies selbst bei einer Meinungsverschiedenheit in der Sache „vollkommen unangemessen“, so Mario Herrmann in seiner Reaktion vom Wochenende.

Stadtverband und Fraktion der Gladbecker Grünen hätten im letzten Jahr nach ausführlichen Diskussionen und Gesprächen beschlossen, „die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der SPD bis 2020 fortzusetzen“. Trotz schwierigster Rahmenbedingungen könnten sich die Ergebnisse der rot-grünen Stadtpolitik sehen lassen. Auch die Unterstützung für einen stadtverträglichen Ausbau der B 224 mit der Tunnellösung werde von den Gladbecker Grünen seit langem mitgetragen.Beide politische Weichenstellungen seien von Stadtverband und Fraktion mit breitester Mehrheit bzw. einstimmig beschlossen worden.

„In einem völligen Vakuum“

„Leider agieren Nico Salfeld und seine wenigen Mitstreiter in einem völligen Vakuum“, so Mario Herrmann. Zu keinem Zeitpunkt sei das Gespräch mit Stadtverband oder Fraktion gesucht worden.Zwar sei es das Recht des Parteinachwuchses, gelegentlich über das Ziel hinauszuschießen. „Aber es gibt Grenzen der Auseinandersetzung. Wir fordern die Grüne Jugend auf, diese künftig einzuhalten!“

 
 

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