A-52-Debatte - Bürgerforum attackiert Minister Groschek

Verkehrszählung des Bürgerforums Gladbeck an der B 224 in Höhe Phönixstraße im Frühjahr 2014.
Verkehrszählung des Bürgerforums Gladbeck an der B 224 in Höhe Phönixstraße im Frühjahr 2014.
Foto: WAZ FotoPool
A-52-Debatte mit scharfem Geschütz - das Bürgerforum Gladbeck hat jetzt ein dreiseitiges Schreiben an NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) geschickt. Heftige Kritik an Groschek enthält dieses Schreiben - der Minister solle endlich seine „Salami-Taktik“ beim Thema Autobahn 52 beenden.

Gladbeck..  „Auf jeden Fall bauen wir die unmittelbare Verbindung A 2/A42.“ Jetzt reagiert das Bürgerforum Gladbeck in scharfer Form mit einem persönlichen Brief auf diese A-52-Aussage von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) beim A-43-Spatenstich am Dienstag voriger Woche, bei dem er zugleich allen „Wutbürgern“ der Region eine klare Absage erteilt hatte.

„Ihre Ausführungen sind für ganz Gladbeck ein Schlag ins Gesicht“, heißt es in dem von Bürgerforum-Chef Matthias Raith und Vize Stephan Müller unterzeichneten, dreiseitigen Schreiben an den Minister. „Mit Ihren flotten Sprüchen stiften Sie Unfrieden in der Region. Ihr Versuch einer Basta-Politik ist nur peinlich, den Bau einer A52 rücken Sie damit in weite Ferne. Denn der wird nicht kraft Ihrer verbalen Anmaßungen realisiert, sondern er erfolgt auf der Grundlage eines gerichtlich bestätigten Planfeststellungsbeschlusses und der Finanzierung durch den Bund.“

Groschek könne doch nicht wirklich Zehntausende betroffene Menschen als „Wutbürger“ abkanzeln, „als wären deren Rechte unbeachtlich und als bräuchte man auf deren Interessen keine Rücksicht zu nehmen“, formuliert das Bürgerforum. Hier gehe es um die Zukunft einer ganzen Stadt, um die Anbindung ihrer Wirtschaftsbetriebe, um den Wert von Unternehmen und Grundeigentum, um die Gesundheit der Menschen.

Massive Kritik am gesamten Vorgehen des NRW-Verkehrsministers

In scharfer Form attackiert das Bürgerforum in dem ausführlichen Brief das gesamte Vorgehen von Groschek beim A-52-Thema: „Haben Sie den Mut, den Gladbeckern und den Bürgern der angrenzenden Städte die Pläne für den gesamten Lückenschluss offen und aus einem Guss zu präsentieren!“, schreiben Raith und Müller an den Minister. Jede Form von Salami-Taktik stelle eine Irreführung und Manipulation der Menschen dar; jetzt gelte es, schnellstmöglich zu einer transparenten und fairen Mediation zurückzukehren.

Entweder solle die NRW-Landesregierung eine gezielte bauliche Rückentwicklung der Bundesstraße 224 zur Stadtstraße in die Wege leiten; oder sie solle in fairer Weise offenlegen, welche Pläne sie für den gesamten A-52-Ausbau habe.

Das Bürgerforum spricht mit Blick auf die Gespräche im Verlauf des Jahres 2013 am Runden Tisch von einem „Possenspiel“ und wirft Groschek vor, sich mit der Anmeldung der A 52 zum Bundesverkehrswegeplan „die völlig überzogene Forderung der IHK“ zu eigen zu machen, „durch Essen, Bottrop und Gladbeck eine Transitautobahn zu bauen“.

„Vollständige Planfeststellung“

Das Bürgerforum wendet sich nochmals deutlich gegen jede Abschnittsbildung bei den A-52-Planungen zwischen A 42 und A 2 und argumentiert in diesem Punkt durchaus ähnlich wie die Stadt, die ebenfalls eine ganzheitliche Betrachtung des A-52-Themas fordert.

Bürgermeister Roland (SPD) hat - wie berichtet - jetzt ein entsprechendes Schreiben an Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann nach Berlin geschickt. Es bleibt also weiter Bewegung in der aktuellen A-52-Debatte.

 
 

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