A 52-Ausbau hat Vorrang im Bundesverkehrswegeplan

Viel befahren: Die B 224 auf Gladbecker Stadtgebiet.
Viel befahren: Die B 224 auf Gladbecker Stadtgebiet.
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Se
  • Bundeskabinett beschließt Teilstück B 224/A52 inklusive Autobahnkreuz vor Wittringen
  • Vordringlicher Bedarf sichert Chancen auf Umsetzung
  • Bürgerinitiative übt Kritik und zweifelt am durchgänigen Tunnel

Gladbeck..  Die Bundesregierung hat gestern den Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) beschlossen und damit Weichen für die Verkehrszukunft in Gladbeck gestellt. Enthalten in dem Maßnahmenpaket ist, wie erwartet, der Ausbau der B 224 zur A 52 auf Gladbecker Stadtgebiet, der Bau des Autobahndreiecks A 52/A 2 mit einem Überflieger vor Wittringen inklusive. Investitionskosten: rund 220 Millionen Euro. Das alles ist versehen mit dem wichtigen Hinweis: vordringlicher Bedarf. Dieser Zusatz garantiert den Plänen eine reelle Chance auf Umsetzung.

Verhandlungen waren Grundlage

Grundlage für das nun beschlossene Ausbaupaket waren die erneuten Verhandlungen zwischen Stadt, Land und Bund im vergangenen Herbst, nachdem NRW-Verkehrsminister Groschek deutlich gemacht hatte, dass er einen Ausbau der B 224 zur A 52 in Bottrop bis zum Autobahnkreuz A 52/A 2 auf Gladbecker Gebiet durchsetzen würde – womit das Nadelöhr B 224 im Stadtgebiet verkehrsmäßig noch weiter belastet worden wäre. 2012 hatten die Gladbecker bekanntermaßen bei einem Ratsbürgerentscheid einen Gesamtausbau, trotz des Angebots eines 1,5 Kilometer langen Tunnels, abgelehnt.

Diesen Tunnel – ein wesentlicher Knackpunkt bei den erneuten Verhandlungen – soll es im Rahmen des Ausbaus nun wieder geben. Im Bundesverkehrswegeplan ist er so allerdings nicht enthalten, lediglich zwei Teilstücke von je 380 Metern sind vorgesehen und in der Finanzierung enthalten. Daher hatten Kritiker wie das Bürgerforum Gladbeck und die Fraktion Die Linke in den vergangenen Monaten mehrfach Zweifel daran geäußert, dass es den durchgängigen Tunnel geben wird.

Die Stadtverwaltung indes verweist darauf, dass laut Vereinbarung mit dem Land die fehlenden Tunnelstücke mit Mitteln der Städtebauförderung (rund 10 Mio Euro) finanziert würden. Denn so ließen sich die Brachflächen jenseits von Wittringen und im Bereich der Horster Straße ebenfalls entwickeln.

Matthias Raith, Vorsitzender des Bürgerforums, hält jedoch an seinen Zweifeln fest. Das Bürgerforum werde sich dazu weiter kritisch äußern und weiter auf eine Verkehrsberuhigung der B 224 und Herausnahme des Schwerlastverkehrs hinarbeiten, erklärt er gegenüber der WAZ. Das allerdings hat auch die Stadtverwaltung vor. „Völlig unabhängig von den Ausbauplänen, zu denen wir bereits Gespräche mit dem Land und Straßen NRW führen, wollen wir zwischenzeitlich die Situation positiv verändern“, so Peter Breßer-Barnebeck.

Reaktionen aus Wirtschaft, Politik und Verbänden

„Ein Etappenziel ist erreicht“, kommentiert der SPD-MdB Michael Gerdes den Kabinettsbeschluss. Die hohe Priorisierung unterstreiche die Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur in der Region. Hochzufrieden äußert sich auch Peter Schnepper (IHK) über den Beschluss. Jetzt müsse mit Hochdruck geplant werden. „Ein schwarzer Tag für das Ruhrgebiet“, kritisiert das Aktionsbündnis „A 52 war gestern“

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