650 evangelische Christen feiern Tauffest

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Mit stiller Andacht und in einer ausgelassen familiären Stimmung feierten 650 Christen das diesjährige Tauffest der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Gladbeck.

Gladbeck..  Die Maschinenhalle Zweckel – der „Dom“ des Bergbaus – bot insgesamt 40 Menschen den Raum für den Empfang dieses besonderen Sakraments der Kirche, bei dem es zunächst vordergründig um die offizielle Aufnahme in die Glaubensgemeinde geht, im Grunde aber Gottes Segen entgegengenommen wird. Dieses außergewöhnliche Angebot wurde vor zwei Jahren zum ersten Mal auf die Beine gestellt und soll auch in Zukunft Hürden aus dem Weg räumen, damit der Teilnahme am lebendigen Glauben nichts im Wege steht.

„Segen ohne Ende“ war nicht nur ein geistiger Impuls im Wortgottesdient an diesem sommerlichen Vormittag. Es war auch ein elektrisierendes Erlebnis für alle Anwesenden. „Keine Frage, dies wäre sicherlich nicht ohne Hilfe und Unterstützung durch zahlreiche Ehrenamtliche, ohne das Engagement der Gemeindepfarrer sowie der musikalische Untermalung des unter Leitung von Stadtkantor Michael Oddei spielenden Posaunenchors und der zusammen mit Bandleiter Norbert Gerbig spielenden Freunde möglich gewesen.“, freut sich Pfarrer Dietmar Chudaska, der gleichzeitig als Superintendent für Dorsten, Bottrop und Gladbeck unterwegs ist.

Sichtbar angetan bewundert er wie reibungslos alles an diesem Tag abläuft und die Halle von einem besonderen Geist erfüllt scheint. Nicht ganz unschuldig an diesem gewissen Zauber in der Luft ist durchaus auch die Präsentation der trickreichen Taufkanne durch Pfarrer Frank Grasser. Obwohl er die Kanne ohne sie nachzufüllen immer wieder leert, kommt nach mehrmaligem Nachkippen weiterhin Wasser herausgeflossen. „Das ist doch ein schönes Bild für die unlöschbare Quelle des Segens Gottes“, lacht der Mitorganisator.

Zusammen mit den anwesenden Familien staunt er nicht schlecht über die herrschende Atmosphäre – die die meisten hier an die biblische Szenerie am See Genezareth erinnerte. Als die Familien mit ihren Täuflingen an die Tische mit gesegnetem Wasser, einer hell brennenden Kerze und einem gefalteten weißen Tuch treten, um die bunt verzierten Taufkerzen anzuzünden, entsteht eine besonders vertraute Situation. Man tritt an die Wasserschale nacheinander heran und es wird ein ausgesuchter Taufspruch aus der Bibel vorgelesen, das von nun an das neue Gemeindemitglied begleiten soll. Es folgt eine Geste, lässt die Hand des Pfarrers Wasser über das Köpfchen fließen, womit das Ritual schließlich vollbracht ist.

Thomas Weisenberg, Vater von Töchterchen Helen Sophie, kann den vollzogenen Akt im ersten Augenblick kaum fassen. Mit feuchten Augen streichelt er die Hand seiner Tochter und sagt glücklich: „Es ist einfach unbeschreiblich schön und berührt uns alle in ganz besonderer Weise.“

Der Tag klingt anschließend beim Essen und lebendigem Austausch feierlich aus. Die Organisatoren sind auch dieses Mal sichtbar zufrieden über das gelungene Miteinander. Pfarrer Grasser weist darauf hin, dass das Modell sich offensichtlich gut bewährt hat und zeige, dass Kirche durchaus mitdenken kann.

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