Zwischen Banjo und Karibik liegt der Stadtgarten

Ausgeklungen: Das letzte Konzert des Sommersound 2013 im Stadtgarten lief am Sonntag mit einer Mischung aus karibischen Klängen und Banjo-Musik aus England.
Ausgeklungen: Das letzte Konzert des Sommersound 2013 im Stadtgarten lief am Sonntag mit einer Mischung aus karibischen Klängen und Banjo-Musik aus England.
Foto: Robert Dyhringer
Mit britischem Folk und karibischen Klängen verabschiedete sich der SommerSound 2013 am Sonntag im Stadtgarten. Die vor 23 Jahren begründete Reihe mit Musik umsonst und draußen fand auch in diesem Jahr wieder viele Fans.

Gelsenkirchen. Sonntags, umsonst, draußen: Ein furioser Abschluss der SommerSound-Konzertreihe lockte wieder mehr als 600 Menschen in den Stadtgarten. „Zu schade, dass es damit vorbei ist“: Diese Meinung der Bueranerin Brigitte Kinner teilen gewiss viele Zuschauer.

Beim fünften „Doppelschlag“ (Einzelkünstler und Band) zelebrierten der britische Banjo-Spieler Dan Walsh und der „Caribbean Kitchen Club“ Folk der etwas anderen Art. Dan Walsh, der zum ersten Mal überhaupt in Deutschland auftrat, eroberte das Publikum im Sturm mit seinen wenigen, dafür aber umso charmanteren deutschen Floskeln wie „Dankeschön“ und Erkenntnissen wie: „Ihr habt die besseren Züge und die Würstchen schmecken auch besser.“

Feine Klänge von der britischen Insel

Der Sänger und Songwriter überzeugte mit fetzigen Klängen und leise-melancholischen Tönen. Das Clawhammer-Banjo wurde von ihm mal gestreichelt, mal wie ein Dampfhammer eingesetzt. In seiner Heimat bereits gefeiert, dürfte Dan Walsh nach seinem Gig in Gelsenkirchen nun wohl auch in Deutschland Verehrer finden.

Feine Klänge von den britischen Inseln wurden von karibischem Sound abgelöst, der selbst den sich mit Regenwolken verhängten Abendhimmel vergessen ließ. Der „Caribbean Kitchen Club“ kommt zwar aus Deutschland, beschwor aber Caipirinha- und Mojito-seelige Urlaubsgefühle herauf.

Die Veranstaltungsreihe besteht seit 23 Jahren

Das Publikum reagierte enthusiastisch auf das facettenreiche Folk-Programm des SommerSound 2013. Fünf Sonntage lang beherrschten Bands mit ungewöhnlichsten Instrumentierungen den Stadtgarten. Brigitte Kinner (63) aus Buer ist erklärter Fan des SommerSounds. „Mir haben besonders diese Alphörner gefallen, die am ersten Abend zu hören waren“. Mitveranstalter Gutmar Feuerstein vom Bochumer Ruhrfolk sieht das auch so: „Alpcologne waren ein Kracher.“

Aber das gilt wohl für die komplette Reihe mit fünf Doppelkonzerten. Im Schnitt kamen 600 und sogar mehr Besucher. Die Veranstaltungsreihe besteht seit 23 Jahren und seit acht Jahren kooperiert das Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen mit Ruhrfolk, setzt also inhaltlich auf „weiter bis folkig“, also eine Mischung von deutschen und internationalen Künstlern, die traditionellen Folk alt aussehen lassen.

Auch das Publikum könnte nicht vielschichtiger sein: Familien, junge Verliebte, Singles, elegante Damen, Motorradfahrer, Hundehalter und Senioren bevölkerten den Stadtgarten. Margret Real, Freundin von Brigitte Kinner aus Buer, war zum ersten Mal dabei. „Ich bin restlos begeistert von der Musik und der Atmosphäre. Etwas blöd finde ich aber, dass hier einige Leute Speisen und Getränke mitbringen, wo schon der Eintritt umsonst ist.“

 
 

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