Zwei Brüder wandern von Gelsenkirchen nach Kalkutta

Gelsenkirchen..  Marcel und Marlon Stawinoga aus Gelsenkirchen reisen nach Indien - zu Fuß. Rund 7500 Kilometer weit. Einfach so. Mit dem Marsch erfüllen sich die beiden Brüder einen Traum. Am Donnerstag ging’s von der Zoom-Erlebniswelt aus los.

Jetzt also sind die beiden unterwegs. Marcel und Marlon Stawinoga haben Gelsenkirchen hinter sich gelassen und sind auf dem Weg in die indische Metropole Kalkutta. Zu Fuß. Rund 7500 Kilometer haben die beiden vor sich.

Ein bisschen ist ihnen die Aufregung anzumerken, als sie sich in der Zoom-Asienwelt von Freunden und der Familie verabschieden. Wenn der 25-jährige Marcel über die bevorstehende Reise spricht, zucken seine Mundwinkel unmerklich. Und immer hat er etwas in der Hand, das er dreht, festhält. Gleichzeitig ist den beiden jungen Männern aber auch die Vorfreude anzumerken. Immerhin verwirklichen sie sich einen Traum. Das wirkt ansteckend.

„Unglaublich viele Sorgen“

Ähnlich geht es der Mutter von Marcel und Marlon (19), Manuela Fröhner: „Einerseits mache ich mir natürlich unglaublich viele Sorgen“, sagt sie mit leicht brüchiger Stimme. „Aber andererseits bin ich auch wahnsinnig stolz auf meine Jungs.“ Dabei hatte sie anfangs gar nicht glauben wollen, was ihre Söhne da vor hatten: „Ich habe gedacht, das ist so eine kleine Spinnerei, als Marlon damit ankam“, erzählt sie und muss lachen. „Aber es war ernst. Da habe ich drei Wochen gebraucht, um das zu verarbeiten.“ Als dann auch noch der älteste Sohn Marcel erklärte, dass er mit seinem Bruder gemeinsam aufbrechen wolle, „da war ich zuerst etwas erleichtert. Wenigstens ist Marlon dann nicht allein unterwegs.“

Unterstützung bekommen Marcel und Marlon auch von einem guten Freund der Familie: Dehrooz Kasraei heißt der und ist der Vater eines Schulfreundes von Marlon. „Ich möchte jungen Menschen helfen, die eine gute Idee umsetzen wollen“, gibt er sich bescheiden. Denn sein Engagement hat einen wichtigen Teil der Reise erst ermöglicht: „Er ist mit meinen Söhnen zum iranischen Konsulat nach Frankfurt gefahren und hat sich um die Visa gekümmert“, erzählt Mutter Manuela Fröhner. „Normalerweise wird das für drei Monate ausgestellt, wir haben jetzt eins für 260 Tage bekommen“, ergänzt Marcel.

„Erst nicht ernst genommen“

Doch damit nicht genug: Kasraei wird die Brüder an der türkisch-iranischen Grenze treffen und sie durch den Iran fahren. „Das beruhigt mich sehr, dass sie dort mit einem Bekannten unterwegs sein können“, sagt Manuela Fröhner.

Kasraeis Sohn Ali Reza ist ebenfalls beim Abschied dabei: „Wir haben den Plan erst nicht ernst genommen“, sagt er stellvertretend für die Freunde von Marcel und Marlon. „Aber wir unterstützen sie jetzt natürlich. Und wir werden sie vermissen“, fügt er an und hat noch einen speziellen Gruß: „Unsere ehemalige Lehrerin Beate Monreal grüßt Marcel und Marlon. Auch ihr werden die beiden fehlen.“

 
 

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