Zugeparkt

Zu Radwege in GE: Kürzlich wurden auf der Bismarckstraße Radfahrsteifen eingerichtet. Die Wege sind angenehm breit, man kann sich sicher mit dem Rad darauf bewegen. Oder besser, man könnte. Einige Zeitgenossen mit motorisierten Kisten meinen, da hätte man ihnen Parkstreifen gebaut. Nicht anders kann es sein, dass auf dem Stück Bismarckstraße vom Stern bis Magdeburger Straße – also auf einer Strecke von knapp 900 Metern – am Samstag gegen 21 Uhr acht Autos auf den Radwegen parkten. Also muss sich ein Radfahrer, der sich auf der Straße sicher fühlen soll, acht Mal den sicheren Bereich verlassen und sich in den laufenden Verkehr einfädeln. Das ist keine sichere Fahrt. Denken die Autofahrer, ab 21 Uhr haben sich keine Menschen mit Fahrrädern auf der Straße zu bewegen? Oder soll der Radfahrer die parkenden Autos auf dem Radsteifen über den Bürgersteig passieren? Eigentlich sind die Radwege durch die großen Piktogramme deutlich zu erkennen. Und die Regel, dass dort nicht geparkt werden darf, sollte jeder in der Fahrschule gelernt haben. Ein Fahrer hatte den Warnblinker eingeschaltet: Seht her, ich parke falsch, ich bin eine Gefahr im Verkehr! Die hochgelobten Kopenhagener Verhältnisse für Radfahrer, da sind wir in Gelsenkirchen noch weit von entfernt. Aber jeder Schritt in eine Verbesserung wird durch Gedankenlosigkeit oder Ignoranz mancher Autofahrer wieder ausgehebelt. Ich wünsche mir, dass man hier als Radfahrer von Autofahrern als gleichwertiger Verkehrsteilnehmer anerkannt wird und dass man sich mit dem Rad sicher durch die Stadt bewegen kann.