Zeichen, die Bestand haben

Der Ballon soll wieder aufsteigen: Klaus Herzmanatus vom Trägerverein Hugo 2.  Foto: Joachim Kleine-Büning
Der Ballon soll wieder aufsteigen: Klaus Herzmanatus vom Trägerverein Hugo 2. Foto: Joachim Kleine-Büning
Foto: WAZ Fotopool

Gelsenkirchen..  „Erst mit der ,Schachtzeichen’-Aktion ist die Kulturhauptstadt bei den Leuten angekommen“: Für Klaus Herzmanatus vom Trägerverein Hugo 2 soll das Großereignis keine Eintagsfliege bleiben.

Und so hat der Trägerverein in Absprache mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW beim zentralen Abverkauf der Schachtzeichen-Utensilien ein „Komplettpaket“ erworben – bestehend aus Anhänger, Ballon, Banner, Seilwinde... Nur das Gas muss bei Gelegenheit beschafft werden.

„Wir hatten grob geschätzt 10 000 Besucher’“, sagt Herzmanatus, „und keinen einzigen Nörgler. Im Gegenteil: Viele Leute meinten, eine solche Aktion sollte man regelmäßig durchführen.“ Einige Besucher blieben sogar „hängen“ – als Fördermitglieder, als Handwerker, die dem Trägerverein ehrenamtlich ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Der Ballon als Symbol von vorwärts gewandter Traditionspflege und neu erwachtem Zusammengehörigkeitsgefühl: „Einmal im Jahr eine Veranstaltung mit aufgelassenen Ballons an vier, fünf Standorten, an Hugo, Nordstern, Dahlbusch, das würde reichen, um dieses schöne Gefühl lebendig zu halten.“

Ob Klaus Herzmanatus bei der Verwirklichung seines Traums viel Unterstützung aus Gelsenkirchen erfahren wird, ist fraglich. Drei Tage lang standen die Schachtzeichen-Artikel, die nach der Aktion wieder im Essener Zentrallager deponiert worden waren, auch online zum Verkauf. Standortpaten, Sponsoren, freiwillige Helfer waren zuvor angeschrieben worden und hatten erstes Zugriffsrecht. Offenbar hat aber nur der Trägerverein Hugo 2 einen vollständigen Ballon-Hänger erworben. Selbst der Sonderpreis von gut 700 Euro war von einigen Vereinen wohl nicht zu stemmen.

„Wir haben uns nur um einen Hänger beworben“, sagt Reinhard Ostermann von der Gemeinschaft Bergmannsglücker Vereine. Beworben, weil bei den Hängern (300 Euro) die Nachfrage das Angebot deutlich übertraf. „Und man hat uns signalisiert, dass wir den Hänger bekommen.“ Zumal der seit der Aktion bereits das Bergmannsglücker Wappen trägt. Zusammen mit einem Ballon (20 Euro) und einem Banner (20 Euro) soll der Hänger künftig ausgestellt werden, zum Beispiel zur 100-Jahr-Feier der Siedlung im September. Das Auflassen des Ballons würde schwierig ohne Winde – die hätte noch einmal 150 Euro gekostet. Zu viel.

Drei Hänger hat auch der Standortpate „Ückendorf aktiv“ bestellt, und Jürgen Schweinar geht trotz der Überbuchung ebenfalls davon aus, „dass wir sie kriegen“. An Ballons bestand in Ückendorf wohl kein Interesse. Die gelben Riesen wird man allerdings demnächst bei dem einen oder anderen privaten Gartenfest in Rotthausen und Bismarck sehen können.

Am Standort Wilhelmine-Viktoria 2/3 war das Interesse an Devotionalien gleich Null. „Allen Helfern“, sagt Gerhard Ruppel von der Siedlergemeinschaft Heßler, „haben offensichtlich die vorhandenen Erinnerungsstücke wie Kappe, Polohemd etc. gereicht“. Und er fügt an: „Ehrlich gesagt haben mich die Preise von Ruhr.2010 auch nicht sehr überzeugt.“

 
 

EURE FAVORITEN