Wüllscheidt spricht von einem Schnellschuss

Burkhard Wüllscheidt
Burkhard Wüllscheidt
Foto: Michael Korte
AFJH-Sprecher der Grünen, Burkhard Wüllscheidt, nennt den Abschlussbericht der Verwaltung „dokumentarische Fleißarbeit“.

Gelsenkirchen.. Nach der Vorlage des Abschlussberichts zum Jugendamtsskandal hätten sich ihre Befürchtungen aus der letzten Sitzung des AFJH bestätigt, stellten die Grünen am Dienstag fest.

Burkhard Wüllscheidt, Vize-Fraktionsvorsitzender: „Der Bericht scheint nach erster Durchsicht ein Schnellschuss zu sein, der eher mit seinen vielen Auflistungen eine dokumentarische Fleißarbeit darstellt. Alleine die Tatsache, dass alle drei Protokolle der bisherigen Sitzungen des Untersuchungsausschusses in 2016 noch nicht vorliegen, der Abschlussbericht aber auf die Niederschriften verweist, wirft schon wieder Fragen auf.“

"Welche Strukturen und Verhältnisse sind das?"

Vor allem aber werde der Bericht der Dimension des Skandals nicht gerecht. Es handele sich ja nicht nur um den von Monitor aufgedeckten Neustart-Skandal, sondern eben auch um einen Skandal im Rahmen der städtischen Ferienfreizeiten auf dem ungarischen Reiterhof von 1997 bis 2014 und um einen Skandal um jahrelange systematische Überbelegung des Kinder- und Jugendheimes St. Josef. „Alles in allem also fast 20 Jahre Geschichte im ,Kontext der Gelsenkirchener Jugendhilfe’“, so Wüllscheidt.

Die unmittelbaren Strippenzieher und Nutznießer des Skandals seien relativ schnell identifiziert worden. Die Frage aber, ob weitere Verantwortliche davon gewusst haben oder in irgendeiner Weise involviert waren, ist nach Wüllscheidts Einschätzung ohne klares Ergebnis geblieben. „Dahinter steht wiederum die Frage, welche Strukturen und Verhältnisse sind das, die das über zwei Jahrzehnte hinweg möglich gemacht haben?“

 
 

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