Wo Mahlers Musik auf Death Metal trifft

Das Satie-Quartett im Vordergrund, die Metal-Formation Axolotl im Hintergrund: In der Flora trafen beim Konzert Welten aufeinander.
Das Satie-Quartett im Vordergrund, die Metal-Formation Axolotl im Hintergrund: In der Flora trafen beim Konzert Welten aufeinander.
Foto: Evangelischer Kirchenkreis
Gustav Mahlers sanfte „Kindertotenlieder“ und Death-Metal von „Axolotl“ zum Thema Sterben: Das kontrastreiche Konzert in Gelsenkirchen führte Welten zusammen.

Gelsenkirchen.. Bereits am Freitag war die Tagung im großen Saal des Bildungszentrums mit einem ungewöhnlichen Konzert eröffnet worden: Hier trafen Gustav Mahlers „Kindertotenlieder“ in einer Neubearbeitung des niederländischen Musikers Klaas Hoek auf harten Death-Metal-Sound der Gelsenkirchener Band „Axolotl“.

Krasser hätte der musikalische Gegensatz nicht sein können, und genau das hatte Initiatorin Dr. Zuzanna Hanussek im Sinn gehabt: Ihr Konzept sah vor, dem Publikum zu verdeutlichen, auf welch‘ unterschiedlichen Wegen sich Trauer in der Musik ausdrücken lässt. Während das „Satie-Quartett“ mit Uta Deilmann an der Harfe, Klaas Hoek am Harmonium und dem fabelhaften Bariton Jens Hamann unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Fröhling mit Hoeks Version der Mahler-Komposition die traurigen Textpassagen des Werks eindrucksvoll unterstrichen, stimmten „Axolotl“ in den Schlussakkord des fünften Totenliedes mit laut krachenden Bässen und Gitarrenriffs ein.

Übergang zwischen den Stilen hätte sanfter sein können

Die Harmonien beider Musikstile ergänzten sich dabei durchaus, und doch gelang leider kein fließender Übergang: „Axolotl“ drehten die Lautstärke so weit auf, dass zahlreiche Zuhörer den Saal verließen. Klar: Metal muss man laut hören, aber ein sanfterer Übergang wäre hier wünschenswert gewesen. Worte waren bei der Lautstärke kaum zu verstehen. Dabei hatten die fünf Axolotler durchaus eine Botschaft mitgebracht: „Unsere Songs handeln oft vom Tod, gerade haben wir eines vorgestellt, in dem es um Selbstmord ging“, betonte Leadsänger Matthias Frankenhoff, der zwischendurch sehr witzig und wortgewandt die Songs anmoderierte.

Dem Konzert voran gegangen war ein Impulsreferat des Hamburger Trauerforschers Prof. Norbert Fischer, der aufzeigte, wie sehr sich Trauerrituale über Jahre hinweg verändert haben.

 
 

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