Wissenschaftspark Gelsenkirchen sammelt alte Handys

Voller Rohstoffe stecken auch alte Handys. Zum umweltschonenden Recycling ruft jetzt der Wissendchaftspark auf.
Voller Rohstoffe stecken auch alte Handys. Zum umweltschonenden Recycling ruft jetzt der Wissendchaftspark auf.
Foto: WAZ FotoPool
Ausgediente Mobilgeräte stecken fürs Recycling voller Rohstoffe. Funktionierende Smartphones sollen nun an Flüchtlinge weitergegeben werden.

Gelsenkirchen.. Mehr als 100 Millionen ungenutzte Handys liegen in deutschen Haushalten. Und nach Weihnachten werden es garantiert wieder mehr. Jetzt können alte Mobiltelefone sinnvoll im Wissenschaftspark an der Information abgegeben werden: entweder für ein von der KlimaExpo.NRW ausgezeichnetes Recyclingprojekt oder – soweit es sich um funktionsfähige Smartphones handelt – an Flüchtlinge in Gelsenkirchen, denen die Geräte künftig dank entsprechender Sprach-Apps beim Erlernen der deutschen Sprache helfen sollen.

Datenschutzkonform aufbereitet

Ende September hatte die KlimaExpo.NRW mit Sitz im Wissenschaftspark Gelsenkirchen die Initiative „Mobile-Box – die Recycling-Box für dein Handy“ zum Vorreiterprojekt Nr. 86 für den Klimaschutz in NRW erklärt. Die Initiative war 2012 von zwei Kölner Studenten unter anderem in Zusammenarbeit mit dem BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland ins Leben gerufen worden. Sie sammelt alte Mobiltelefone und sorgt für ein zertifiziertes datenschutzkonformes und umweltschonendes Recycling. „Jedes einzelne Gerät enthält wertvolle Rohstoffe, die heutzutage problemlos recycelt werden können. So müssen die Rohstoffe nicht mehr unter umweltschädigenden Bedingungen abgebaut werden“, erklärt Wolfgang Jung, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW.

Mit Ladegerät und Beschreibung

Aus aktuellem Anlass haben sich die Verantwortlichen im Wissenschaftspark jedoch eine Besonderheit ausgedacht: Funktionsfähige Smartphones sollen nicht dem Recycling-Prozess zugeführt werden, sondern werden über die Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen an Flüchtlinge weitergegeben. Bevorzugt werden dabei unbegleitete minderjährige Jugendliche. Smartphones können den Flüchtlingen nämlich das Eingewöhnen in die neue Lebenssituation erheblich erleichtern. Dazu zählt nicht nur der einfache Kontakt in die Heimat. Übersetzungs- oder Welcome-Apps, die speziell für Flüchtlinge konzipiert wurden, helfen beispielsweise dabei, den deutschen Behördendschungel zu bewältigen oder ganz banal etwas einzukaufen.

„Auf diese Art erweisen wir mit der Sammelaktion nicht nur der Umwelt einen guten Dienst, sondern leisten auch noch auf sozialer Ebene einen wichtigen Beitrag“, freut sich Dr. Heinz-Peter Schmitz-Borchert, Geschäftsführer im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Die Smartphone-Spenderinnen und -spender werden auch darum gebeten, soweit noch vorhanden das passende Equipment gleich mitabzugeben – egal ob Ladegerät, Verpackung oder Geräte-Beschreibung.

Kontakt und Öffnungszeiten

Die Information am Wissenschaftspark, Munscheidstraße 14, nimmt die Spenden während der normalen Öffnungszeiten montags bis freitags von 6 bis 19 Uhr und samstags von 7.30 bis 17 Uhr entgegen.

Am 31. Dezember ist die Information ab 14 Uhr geschlossen. Infos gibt es unter der Telefonnummer 0209167-1111.

 
 

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