Wieder neue Energie für Schalthaus in Gelsenkirchen

Das Schalthaus hinterm Kreisverkehr an der Europastraße und die angrenzenden Grünflächen hat Tedo gekauft. Oben rechts: der alte Erz-Hochbunker mit Solaranlage.
Das Schalthaus hinterm Kreisverkehr an der Europastraße und die angrenzenden Grünflächen hat Tedo gekauft. Oben rechts: der alte Erz-Hochbunker mit Solaranlage.
Foto: Hans Blossey
  • Tedo hat das Industriedenkmal und zwei benachbarte Grundstücke auf dem Schalker Verein gekauft
  • Als Blaupause für ein neues Gewerbe- und Gastroquartier dient die Zeche Fürst Leopold in Dorsten
  • Wirtschaftsförderung betont: Vermarktung für Industrie- und Logistik-Betriebe läuft auf Hochtouren

Gelsenkirchen.  Die Referenzen können sich sehen lassen und liegen als bunte Broschüre nicht von ungefähr beim Pressetermin aus. Sie zeigen das Kreativquartier für Kultur, Gewerbe, Handel und Gastronomie. Unter dieser Marke wurde in Dorsten die ehemalige Zeche Fürst Leopold entwickelt. Entstanden ist ein belebter Eventort mit Industriekulisse.

„Allein für über 20 000 Quadratmetern alte Gebäudefläche haben wir dort neue Nutzer gefunden, baulich alles abgewickelt und vermietet. Die Projektrealisierung ist abgeschlossen. Jetzt brauchen wir eine neue Aufgabe“, begründete der Projektentwickler Ralf Ehlert vor wenigen Wochen gegenüber der WAZ das Engagement der Tedo GmbH in Gelsenkirchen. Dorsten soll dabei eine Art Blaupause werden für seine Pläne für zwei benachbarte Flächen und das Schalthaus am Schalker Verein, an dem ein 2012 präsentierter erster Investor noch kläglich gescheitert ist.

Andere Lösungen sind gefragt

Die „Sammelphase“ läuft. Fitness, Eventgastronomie, besondere Ladenkonzepte – all das kann sich Ehlert hier vorstellen. Mit „Engie“ steht bereits ein „Backgrounder“ für Technik, Energie und Service als Partner für die Energieversorgung für den gesamten Komplex bereit. Erste Interessenten-Nachfragen gingen bereits ein. Um Fürst Leopold zu realisieren, hat er vier Jahre gebraucht. Nur vier Jahre vom ersten Antrag bis zum Abschluss, muss man wohl sagen. In Gelsenkirchen liegen die Dinge einfacher. Hier gibt es einen gültigen Bebauungsplan. Was fehlt, ist (bis auf das Schalthaus) historisches Industrieambiente. „Den Charme alter Gebäude kriegen wir hier natürlich mit Neubauten nicht so hin“, sagt Ehlert. Also sind andere Lösungen gefragt.

Auf dem Europaplatz am Schalthaus wurde für die Projekt-Präsentation Freitag ein Pavillon aufgebaut. Ein Gebläse müht sich, die Novemberkälte aus dem Zelt zu pusten. Zumindest gibt es viele warme Worte von den Beteiligten, als Ehlert für die Tedo und Stadtrat Dr. Christopher Schmitt für die städtische Wirtschaftsförderung noch einmal die Rahmenbedingungen abstecken: Vor drei Wochen wurde zwischen NRW.Urban als Grundeigentümer und der Tedo GmbH der Kaufvertrag notariell beurkundet. Er umfasst neben dem Schalthaus die beiden angrenzenden Flächen links und rechts der Europastraße. 11 400 und 12 300 Quadratmeter groß sind die Grundstücke. Mit dem Vertragsabschluss startete die Vermarktung des Geländes rund um das Schalthaus, das optisch als Entree für das gesamte Gebiet Schalker Verein dient. „Wir legen sehr viel Wert auf Konzepte, die gerade in dieser besondern Eingangssituation gefallen“, betont Burkhardt Bahrenberg. Der Projektmanager von NRW.Urban glaubt, „dass wir hier in ein, zwei Jahren noch schöne Investitionen bekommen“.

Damit rechnet auch Stadtrat Schmitt: „Für den östlichen Teilbereich läuft die Vermarktung für Industrie- und Logistik-Betriebe auf Hochtouren. Wenn wir einiges von dem realisieren können, was wir verhandeln, haben wir noch echte Knaller im Ärmel.“

 
 

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